Kriegsgeile Kiebitze

27. Juli 2014, 17:12
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Der pathologische Drang, sich im Gaza-Konflikt einer Fankurve anzuschließen

internal

FS Misik diese Woche mit folgenden Themen:

Israel versus Hamas. Wirft man einen Blick in soziale Netzwerke, Kommentarspalten von Zeitungen oder auf das zeitgenössische Demonstrationswesen, hat man den Eindruck, fast alle wollen mit in den Krieg ziehen - entweder auf der Seite der Palästinenser oder auf der Seite Israels. Woher kommt dieses kriegsgeile Kiebitztum? Ist den Leuten einfach fad? Breitet sich Kriegspsychose, traditionell ein Phänomen von Konfliktparteien, heute über alle Grenzen hinweg aus?

Das Skandalurteil gegen Josef S.: Gegen den Angeklagten spricht, dass EIN Polizist aussagt, ihn bei Gesetzesübertretungen gesehen zu haben. Gegen ihn spricht überdies, dass ihn sonst NIEMAND gesehen hat. Gegen ihn spricht, dass der belastende Polizist teilweise widerspruchsfrei ausgesagt hat, und ebenso, dass sich der Polizist in Widersprüche verstrickt hat (das macht diesen menschlich und glaubwürdig!). Gegen ihn spricht, dass er auf einem Video zu sehen ist, und ebenso, dass er sonst auf keinem Video zu sehen ist (sehen Sie, Österreich ist eben kein Überwachungsstaat!). Gegen ihn spricht, dass er bei keinem Gewaltakt zu sehen war. Gegen ihn spricht, dass er dunkel gekleidet war (schwarzer Block), und gegen ihn spricht überdies, dass er NICHT vollständig schwarz gekleidet war (auffälliger Rädelsführer des schwarzen Blocks). Gegen ihn wurde ausgelegt, dass er Besitzer einer österreichischen SIM-Karte ist. Gewiss würde auch gegen ihn sprechen, wenn er nicht einmal eine Mobiltelefon besäße. Gegen ihn wurde ausgelegt, dass er im Prozess geschwiegen hat. Gegen ihn wurde ausgelegt, dass er am Ende doch noch kurz ausgesagt hat (vorbereitet und einstudiert). Mag der Angeklagte verdächtige Handlungen gesetzt haben, sprechen die dringend gegen ihn, doch mehr noch sprechen die unzähligen unverdächtigen Handlungen gegen ihn. Seine bloße Existenz spricht gegen ihn. Josef S. ist die reine, verdächtige Person, und ist demnach zu verurteilen. Dass ihm keine Schuld nachzuweisen ist, macht ihn erst recht verdächtig. Je unschuldiger er ist, umso mehr verdient er, verurteilt zu werden.

Ein Gericht zerstört das Recht.

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