MH17-Absturzort: Beobachter sagen Besuch ab

27. Juli 2014, 11:47
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Die Sicherheitslage ist laut OSZE inakzeptabel für eine unbewaffnete Besuchermission

Kiew/Moskau - Unbewaffnete niederländische und australische Polizisten und OSZE-Beobachter haben einen geplanten Besuch an der Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine am Sonntag aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die OSZE hatte zuvor eine Einigung mit den Separatisten über den Zugang zu der Absturzstelle erreicht.

"Vor Ort wird weiter gekämpft, wir können das Risiko nicht eingehen", sagte der stellvertretende Leiter der Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Schweizer Alexander Hug. Die Sicherheitslage sei "inakzeptabel für unsere unbewaffnete Beobachtermission".

Ein Fotograf berichtete von Artilleriefeuer nahe dem bisher von prorussischen Separatisten kontrollierten Absturzort. In der Gegend stieg schwarzer Rauch auf, Menschen flohen vor den Gefechten. Eine von den Aufständischen errichtete Straßensperre in der Region lag verlassen da.

Ukrainische Truppen im Osten

Ukrainische Truppen versuchen nach Kiewer Angaben, die Absturzstelle von den prorussischen Separatisten zu erobern. Ein Sprecher des nationalen Sicherheitsrates nannte am Sonntag in Kiew weiterhin als Ziel, internationalen Experten für ihre Untersuchungen sicheren Zugang zur Unglücksstelle zu verschaffen.

In den Tagen vorher hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko eine Waffenruhe im Umkreis von 40 Kilometern um die Absturzstelle bei Grabowo zugesagt. Nach Berichten vor Ort waren am Sonntag Panzer der ukrainischen Armee wie der Separatisten in der Nähe. Granateinschläge waren zu hören, über dem Gebiet standen Rauchwolken. Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) brachen eine Fahrt zur Unglücksstelle ab und kehrten nach Donezk zurück.

Rückblick

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit 298 Menschen an Bord abgestürzt, darunter 193 Niederländer und 28 Australier. Die Regierung in Kiew wirft den Separatisten vor, Flug MH17 abgeschossen zu haben. Die prorussischen Separatisten hatten nach Angaben Malaysias zuvor zugesagt, ausländische Polizisten den Absturzort absichern zu lassen.

Mittlerweile hat sich ein niederländisches Expertenteam auf den Weg zur Absturzstelle des Flugzeugs gemacht. Die 30 Gerichtsmediziner werden heute Sonntag bei Grabowe eintreffen, teilte das Justizministerium in Den Haag mit. (APA, 27.7.2014)

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