Zahlreiche Tote in Libyen nach Kämpfen und Raketenangriff

27. Juli 2014, 11:12
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Tripolis: 23 Ägypter bei Raketenangriff getötet - Mindestens 38 Menschen in Benghazi bei Kämpfen getötet

Tripolis/ Benghazi - Bei Kämpfen zwischen der Armee und islamistischen Milizen im ostlibyschen Benghazi sind in den vergangenen 24 Stunden mindestens 38 Menschen getötet und 50 verletzt worden. Bei dem Großteil der Opfer habe es sich um Soldaten gehandelt, hieß es am Sonntag aus Krankenhaus- und Militärkreisen. Zuvor hatten die Islamisten am Samstag das Hauptquartier des Militärs im Zentrum der Stadt angegriffen.

Raketenangriff

Zuvor waren laut Medienberichten bei einem Raketenangriff in der libyschen Hauptstadt Tripolis 23 Ägypter getötet worden. Wie die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur Mena am Sonntag unter Berufung auf den Vorsitzenden der ägyptischen Gemeinde in Libyen berichtete, wurde das Gebäude, in dem die Arbeiter untergebracht waren, von einer Rakete des Typs Grad getroffen.

Das ägyptische Außenministerium erklärte, es werde sich mit den libyschen Behörden in Verbindung setzen, um die Meldungen zu prüfen. In Tripolis toben derzeit heftige Kämpfe rivalisierender Milizen um den internationalen Flughafen.

Österreich reduziert Botschaftspersonal

Angesichts der prekären Sicherheitslage in Libyen hat Österreich sein Personal an der Botschaft in Tripolis in den vergangenen Tagen auf "ein Minimum" reduziert. Man sei angesichts der Situation im Land "sehr besorgt" und habe bereits alle Vorbereitungen für einen eventuellen vollständigen Abzug getroffen, erklärte Außenamtssprecher Martin Weiss am Sonntag.

Gegenwärtig sei die Botschaft noch geöffnet und auch der Botschafter Franz Hörlberger vor Ort, so Weiss. Die Sicherheitslage werde jedoch laufend evaluiert, auch ein vollständiger Abzug sei möglich.

Für das gesamte Land gibt es bereits seit längerem eine Reisewarnung des österreichischen Außenministeriums. "Derzeit stellen vor allem das Vorhandensein und auch der Einsatz einer großen Zahl von Schusswaffen insbesondere durch diverse Milizen eine erhebliche Gefährdung dar", heißt es dazu auf der Homepage des Außenministeriums. "Die staatlichen Sicherheitsorgane können keinen ausreichenden, zuverlässigen Schutz bieten; bewaffnete Milizen und Kriminelle sind oft nicht unterscheidbar."

Aufgrund der anhaltenden Kämpfe rivalisierender Milizen um den Flughafen in Tripolis haben die USA am gestrigen Samstag einen vollständigen Abzug ihres Botschaftspersonals bekannt gegeben. Deutschland und Großbritannien riefen ihre Staatsbürger am Sonntag auf, das Land zu verlassen, hielten ihre Botschaften jedoch vorerst geöffnet. (APA, 27.7.2014)

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