US-Arzt in Liberia an Ebola erkrankt

27. Juli 2014, 09:46
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Wie sich der für eine Hilfsorganisation tätiger Arzt anstecken konnte ist noch unklar

Monrovia/Washington - In Liberia ist ein für eine Hilfsorganisation tätiger Arzt aus den USA an Ebola erkrankt. Der 33-Jährige habe bei sich selbst die typischen Symptome festgestellt und sich daraufhin in eine Isolierstation begeben, teilte die Gruppe Samaritan's Purse am Samstag mit. Ein Ebola-Test sei positiv ausgefallen. Wie sich der Arzt anstecken konnte, sei nicht klar.

Er habe in einem der beiden Behandlungszentren gearbeitet, die die Organisation in dem westafrikanischen Land betreibt, und sich streng an die Sicherheitsvorschriften gehalten.

Erste Epidemie seit Jahrzehnten

Die Krankheit breitet sich derzeit in der Region aus. In der Hauptstadt von Sierra Leone, Freetown wurde der erste Todesfall durch den Virus bestätigt, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. In Nigeria wurde am Freitag in der Millionenmetropole Lagos der erste Ebola-Tote gemeldet.

In Sierra Leone stieg die Zahl der bestätigten Ebola-Toten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum 20. Juli auf 219. Mehr als 200 weitere Menschen sind demnach erkrankt. Das Land gilt inzwischen als Epizentrum der Epidemie, die im benachbarten Guinea ihren Ausgangspunkt hatte.

Insgesamt erkrankten in Liberia, Sierra Leone und Guinea bisher fast 1.100 Menschen an Ebola, von denen bis zum 20. Juli 660 an der Krankheit starben. Es ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass sich das hoch ansteckende Ebola-Virus in der Region ausbreitet. Bei der Krankheit leiden die Infizierten an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen.

Keine Medikamente

Nach dem ersten Todesfall durch Ebola in Nigeria sind Flughäfen und Häfen in dem westafrikanischen Land in Alarmbereitschaft. Spezialisten seien im Einsatz, um Einreisende mit Symptomen des Virus zu identifizieren, erklärte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu am Samstag. Am Freitag war der Tod eines an Ebola leidenden Mannes bestätigt worden, der aus Liberia eingereist war.

Gegen die Krankheit gibt es keine Medikamente. Bei manchen Erregern verläuft die Seuche in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich. Das Virus wurde erstmals 1976 in der Demokratischen Republik Kongo registriert und ist nach einem dortigen Fluss benannt. Es wird angenommen, dass es vor allem von Tieren wie Fledermäusen übertragen wird, die ihres Fleisches wegen gejagt werden. Unter Menschen reicht schon eine Berührung zur Infektion mit dem Virus. (APA, 27.7.2014)

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