Wie ein Online-Service den Autorikscha-Verkehr in Indien revolutioniert 

26. Juli 2014, 17:40
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In Indien expandiert derzeit Autowale, der den Fahrern mittels SMS Fuhren zuteilt

Während der Taxi-Dienst Uber vielerorts mit Problemen zu kämpfen hat, ist das Service Autowale in Indien auf dem aufsteigenden Ast. Immer mehr Autorikscha-Fahrer schließen sich dem Dienst an, der zwischen Passagieren und Fahrern vermittelt. Früher mussten die Chauffeure mehrere Stunden auf Fuhren warten, ein Streit mit anderen Fahrern kam ebenso häufig vor und schlussendlich entlud sich dies alles auf den Fahrgästen, mit denen meistens um den Fahrpreis diskutiert wurde.

Kommuniziert wird per SMS

Mit Autowale soll sich hier vieles geändert haben. Der Dienst greift auf einen Algorithmus zurück und kommuniziert mit den Fahrern per SMS, wo die nächste Fuhre auf sie warten kann und wird. Dadurch profitiert weiters der Passagier, der mittels Anruf, App oder Website einen Fahrer buchen kann. Zuvor wurden teilweise Fantasiepreise verrechnet, oder Fahrten gar abgelehnt, dies soll sich mit den neuen technischen Möglichkeiten ändern.

Anfangs noch ein großer Flop

Noch ist Autowale nicht proftabel, derzeit streicht das Unternehmen 10 bis 15 Prozent jeder Fahrt ein und konnte im vergangenen Jahr einen Umsatz von circa 335.000 US-Dollar (circa 250.000 Euro) erzielen. Beim ersten Versuch floppte die Firma auch, damals sahen die Betreiber 400 Fahrer für eine Stadt vor, doch der Erfolg wollte sich aufgrund der Ungleichheit zwischen Nachfrage und Angebot nicht so recht einstellen.

Heute täglich 100.000 Passagiere

Beim zweiten Antritt wurde das Modell von Autowale überarbeitet und mit fünf Fahrern gestartet. Ihnen wurde ein festes Einkommen versprochen, auch wenn sie die nötigen Fuhren nicht erreichen. Innerhalb weniger Monate schlossen sich etliche, weitere Fahrer an und zum heutigen Stand weist der Dienst insgesamt 850 Mitarbeiter im Fahrdienst auf. Laut eigenen Angaben zählt Autowale täglich 100.000 Passagiere.

Expansion in andere Städte und Qualität

Nun soll in andere Städte expandiert werden. Zuvor will das Service jedoch noch an der Qualität arbeiten, denn mittlerweile gäbe es immer mehr Beschwerden über unfreundliche Fahrer, Verspätungen und Kritik am Callcenter. Schulungen von erfahrenen Fahrern sollen hierbei helfen und auch simple Englisch-Kurse würden zum Einsatz kommen. Dadurch soll ein langfristiger Erfolg und eine Expansion gesichert sein. Auch mit älterer Technik. (red, derStandard.at, 26.07.2014)

  • Eine Autorikscha in Neu Delhi.
    foto: epa/datta

    Eine Autorikscha in Neu Delhi.

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