Bundeswehr überwacht bei Auslandseinsätzen soziale Netzwerke

26. Juli 2014, 15:52
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Dadurch soll die Stimmungslage erfahren werden - weitere Software in Planung - BND will für Deutschland ähnliches

Bei Auslandseinsätzen der deutschen Bundeswehr werden unter anderem soziale Netzwerke durchleuchtet, um ein Stimmungsbild des Landes zu erhalten. So verwendet das neue Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr (ZOpKomBw) die Tools Brandwatch und Textrapic bei ihrer Aufklärungsarbeit. Dabei werden sämtliche offenen Quellen ausgewertet, was natürlich auch soziale Netzwerke beinhaltet.

Weitere Software in Planung

Laut heise.de gab es diesbezüglich bereits eine Anfrage der deutschen Linksfraktion, die Bundesregierung antwortete damals, dass die Privatsphäre der Afghanen tabu sein soll. Weiteren Informationen von heise.de zufolge will das ZOpKomBw nun auf weitere Software bei ihrer Stimmungsbild-Analyse zurückgreifen. Genaue Details hierzu gibt es noch keine, allerdings wurde ein Forschungsprojekt mit dem Namen "Wissenserschließung in offenen Quellen" (WeroQ)" ins Leben gerufen.

Arbeit mit Analyse von Leserbriefen verglichen

Rechtliche Bedenken haben dabei weder die deutsche Bundesregierung noch das ZOpKomBw. So wurde in der Antwort an die Linksfraktion die Analyse der Quellen mit der Untersuchung von Leserbriefen verglichen. Soziale Netzwerke seien bei der Auswertung nötig um die "belastbare Erfassung von Meinungs- und Stimmungslagen der Bevölkerung in den Einsatz- und Interessengebieten der Bundeswehr" zu ermöglichen. Einzelne Personen sind allerdings ausgeschlossen, weiters wird die Analyse nur bei "Einsatz- und Interessensgebieten" verwendet.

BND will in Deutschland ähnliches

Der deutsche Bundesnachrichtendienst will künftig auch soziale Netzwerke in Deutschland durchleuchten. Dabei sei eine "Echzeitanalyse von Streaming-Daten" vorgesehen (der WebStandard berichtete). Auch hier soll man jedoch nicht an Einzelpersonen interessiert sein, sondern Trends, Auffälligkeiten und krisenhafte Entwicklungen frühzeitig erkennen. (red, derStandard.at, 26.07.2014)

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