Vorwärts Tirol klagt Ex-Geschäftsführer

25. Juli 2014, 16:56
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Zivilprozess für den 4. August anberaumt

Innsbruck - Die Tiroler Oppositionspartei "Vorwärts Tirol" hat gegen ihren ehemaligen Geschäftsführer, den derzeitigen Innsbrucker Gemeinderat Lucas Krackl ("Für Innsbruck"), eine Klage auf rund 53.000 Euro Schadenersatz eingebracht. Dies erklärte Gerichtssprecher Klaus Jennewein am Freitag gegenüber der APA. Der Zivilprozess ist für den 4. August anberaumt.

Die Partei macht laut Gericht Krackl dafür verantwortlich, dass die Werbekampagne im Landtagswahlkampf 2013 mit einem erheblich niedrigeren Betrag budgetiert worden sei, als letztlich an Forderungen an "Vorwärts Tirol" gestellt wurden. Deshalb wurde auch eine Feststellung der Haftung für weitere Schäden aus diesem angeblichen Umstand begehrt. Zudem soll es laut "Vorwärts Tirol" unter anderem keinen schriftlichen Auftrag an jene Innsbrucker Werbefirma gegeben haben, die die Partei auf 700.000 Euro an angeblich ausständigen Zahlungen für erbrachte Leistungen verklagt hatte.

Vergleichsverhandlungen gescheitert

Sämtliche Vergleichsverhandlungen mit der Werbefirma seien nach einer ersten Verhandlung im Oktober 2013 gescheitert, sagte "Vorwärts Tirol"-Geschäftsführer Robert Possenig der APA. Das Unternehmen habe inzwischen einen Fortführungsantrag bei Gericht gestellt. Possenig sprach von "massivsten Verfehlungen", die man Krackl vorwerfe. Krackl selbst war für die APA am Freitag nicht erreichbar.

Die Partei hatte sich von ihrem Ex-Geschäftsführer im Zuge der Grabenkämpfe nach der Landtagswahl im April 2013 getrennt. Krackl, der als Klubobmann der Bürgermeisterliste "Für Innsbruck" im Gemeinderat der Landeshauptstadt fungiert, war dem Lager der Parteimitgründerinnen, Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Ex-ÖVP-Landesrätin Anna Hosp, zuzuordnen. Unmittelbar nach dem Urnengang, bei dem die Partei mit 9,54 Prozent und vier erreichten Mandaten unter ihren Erwartungen geblieben war, duellierten sich die Getreuen des jetzigen Klubobmanns, LAbg. Hans Lindenberger mit Oppitz-Plörer und Hosp. Die Streitigkeiten gipfelten in gerichtlichen Auseinandersetzungen, ehe sie bei einem "Einigungsparteitag" im Dezember 2013 aus dem Weg geräumt wurden. Hosp zog sich aus der Politik zurück, und Lindenberger blieb Klubobmann unter einer neuen Parteiführung. (APA, 25.7.2014)

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