Subventionserhöhung gegen Ostermayers Willen

25. Juli 2014, 17:15
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Rabl-Stadler glücklich über den Kartenverkauf - und die zusätzlichen 2,5 Millionen

Helga Rabl-Stadler, als Präsidentin der Salzburger Festspiele für die Finanzen verantwortlich, ist mit dem Kartenvorverkauf mehr als zufrieden: "Er übertrifft unsere Hoffnungen."

Il trovatore mit Anna Netrebko und Plácido Domingo ist natürlich restlos ausverkauft, die Neuproduktion von Don Giovanni sei schon jetzt besser ausgelastet als die Wiederaufnahme der legendären Claus-Guth-Inszenierung im Jahr 2010. Und die Uraufführung Charlotte Salomon von Marc-André Dalbavie, einem Auftragswerk der Festspiele, verkaufe sich ausgezeichnet. Man werde daher im Budgetrahmen bleiben.

Doch nach dem Sommer wechselt Intendant Alexander Pereira an die Scala. Und er nimmt seine persönlichen Mäzene mit: "Die verlieren wir, das ist klar", so Rabl-Stadler. Um 2015 über die Runden zu kommen, braucht es eine Subventionserhöhung. Die Präsidentin kämpfte lang um eine solche.

Nun wird es tatsächlich 2,5 Millionen Euro mehr geben: Die Salzburger Gebietskörperschaften (Land, Stadt und Tourismusförderungsfonds) steuern je 500.000 Euro bei, der Bund, der laut Gesetz 40 Prozent zu zahlen hat, eine Million. Allerdings gibt es Misstöne. Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) sprach sich gegen eine Erhöhung aus, weil sein Budget nicht steigt - und auch die Bregenzer Festspiele und die Bundesinstitutionen mehr Geld bräuchten.

Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) aber sagte auf Bitte von Landeshauptmann Wilfried Haslauer die Million zu. Als Mascherl dienen, so Ostermayer, die Aktivitäten anlässlich der 200-jährigen Zugehörigkeit Salzburgs zu Österreich 2016, die der Bund mitfinanziert. Ob die Subventionserhöhung daher eine dauerhafte ist? "Die Subventionserhöhung hat mit einem ,historischen Jubiläum' nichts zu tun", so Haslauers Pressesprecher gegenüber der APA. "Sie ist nicht einmalig, sondern dauerhaft, dafür gibt es mittlerweile auch eine schriftliche Zustimmung." Rabl-Stadler hofft dies. (Thomas Trenkler, DER STANDARD, 26.7.2014)

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