Google gibt rund Hälfte der Löschantrage statt 

25. Juli 2014, 14:59
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Bei 15 Prozent werden mehr Informationen angefordert, insgesamt 328.000 Anträge

Suchmaschinen-Konzern Google hat erstmals aktuelle Statistiken zur Zahl der Löschantrage veröffentlicht, die seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) eingegangen sind. Der EuGH hatte im April entschieden, dass Nutzer sensible Einträge über ihre Person löschen lassen können, die wenn diese bei der Suche nach ihrem Namen angezeigt werden.

91.000 Personen wollen Löschung

Insgesamt wollten bislang 91.000 Personen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, sie stellten 328.000 Anträge (manche Personen wollten mehr als einen Link entfernt haben). Auf Löschung am meisten erpicht waren Franzosen mit 17.500 Anträgen, darauf folgen Deutsche (16.500) und Briten (12.000). Die Zahlen sind allerdings nicht offiziell, das Wall Street Journal berief sich auf Google-nahe Quellen.

164.000 Links verschwunden

Diese überlieferte keine Zahlen zu Österreich, dafür aber Informationen über die Löschquote: Rund 50 Prozent der Anträge werden bewilligt, bei weiteren 15 Prozent wollte Google vor einer Entscheidung mehr Informationen einholen. Das bedeute, so das Wall Street Journal, dass rund 164.000 Links verschwunden sind.

Datenschützer wollen globale Löschung

Europäische Datenschützer hatten indes gefordert, dass die Suchergebnisse nicht nur bei Google-Suchergebnissen innerhalb der EU geblockt werden – vielmehr sollen gelöschte Links global nicht mehr zugänglich sein. Google äußert hingegen einmal mehr Unzufriedenheit mit dem umstrittenen Urteil. CEO Larry Page warnte laut Business Insider, dass das Urteil repressive Regime verführen könnte, mehr Internetzensur zu betreiben. (fsc, derStandard.at, 25.7.2014)

  • Fast 164.000 Links sind bislang für europäische Nutzer nicht aufrufbar
    foto: reuters/glories

    Fast 164.000 Links sind bislang für europäische Nutzer nicht aufrufbar

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