Kabel Deutschland bremst Umsatzrückgang von Vodafone

25. Juli 2014, 14:30
posten

Umsätze in Deutschland stabilisieren sich allmählich - Im Konzern sanken die Erlöse wieder stärker - Vor allem Spanien und Südafrika bereiten Probleme

Vodafone kommt am deutschen Markt dank seiner Kabel-Tochter allmählich der Trendwende näher: Wegen des anhaltenden Wachstums von Kabel Deutschland (KDG) dämmte das Unternehmen im ersten Geschäftsquartal 2014/15 den Erlösrückgang ein. Erstmals seit zwei Jahren stabilisierten sich zudem die Umsätze zum Vorquartal, wie Vodafone am Freitag mitteilte.

Dazu trug auch das wieder erstarkte Kundenwachstum im Mobilfunkgeschäft bei. "Wir gewinnen weiter Vertragskunden, wir stabilisieren unsere Umsätze - und führen unser Netz zurück zu alter Stärke", erklärte Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum.

Spanien und Südafrika als Problem

Zugute kommt dies dem britischen Mutterkonzern, bei dem die Misere auf dem größtenTelekommunikationsmarkt in Europa Spuren hinterlassen hat. Doch die Freude dürfte verhalten sein. Zwar verbesserte sich die Lage auch in Italien und Großbritannien. Dafür bereiteten aber vor allem Spanien und Südafrika dem Vodafone Probleme. Der Preiskampf in der Branche setzte dem weltweit zweitgrößtenMobilfunk-Anbieter sogar deutlicher zu als zuletzt. Die Service-Erlöse, bei denen Subventionen für Geräte herausgerechnet sind, sanken im ersten Quartal um 4,2 Prozent nach einem Rückgang von vier Prozent im Vorquartal. Mit einer deutlichen Verbesserung rechne er in der zweiten Geschäftsjahreshälfte, sagte Konzernchef Vittorio Colao.

Durststrecke

Die deutsche Tochter scheint nun nach einer Durststrecke wieder auf dem Weg nach oben. Im Herbst übernahmen die Düsseldorfer für 11 Mrd. Euro KDG, um das hart umkämpfte Festnetzgeschäft flott zu machen und den Rückgang im DSL-Geschäft aufzufangen. Doch weil auch im Mobilfunk ein harter Wettbewerb herrscht, der auf die Preise drückt, sank insgesamt im ersten Quartal der Service-Umsatz zum Vorjahr noch um 4,9 Prozent. Dank des Zuwachses auf 32 Millionen Mobilfunkkunden schwächte sich das Minus aber ab: im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug es noch 6 Prozent.

Der bis vor zwei Jahren amtierende Deutschland-Chef Friedrich Joussen hatte alles auf eine Karte gesetzt und das Netz schnell auf den neuen Datenturbo-Standard LTE aufgerüstet, um herkömmliche DSL-Anschlüsse zu ersetzen. Der Plan ging nicht auf. Gleichzeitig stieg aber wegen des Smartphones-Booms die Auslastung der älteren Netzteile. Folge sind Gesprächsabbrüche und schlechte Verbindungen. Nun investiert Vodafone in Deutschland 4 Mrd. Euro in sein Netz, um Kunden zurückzugewinnen.

Gewinnzahlen nennt Vodafone traditionell nicht, diese veröffentlicht der Konzern in der Regel nur mit den Halbjahres- und Gesamtjahresergebnisses. (APA, derStandard.at, 25.7.2014)

Links:

Vodafone

Share if you care.