Krebstod eines Italieners: Zigarettenhersteller soll zahlen

25. Juli 2014, 14:04
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Mailänder Gericht sprach Hinterbliebenen eine Million Euro zu - Konzern will berufen

Rom/Mailand - Ein Mailänder Gericht hat den Konzern "British American Tobacco", Eigentümer des ehemaligen italienischen Tabakmonopolisten "Ente Tabacchi", zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von einer Million Euro an die Angehörigen eines an Krebs verstorbenen Rauchers verurteilt. "Ente Tabacchi Italiani" habe nicht klar genug vor den Gefahren des Rauchens gewarnt.

Wie italienische Medien berichteten, war der Mann 2004 im Alter von 54 Jahren an Lungenkrebs gestorben, nachdem er 40 Jahre lang durchschnittlich eineinhalb Packungen Zigaretten pro Tag geraucht hatte. Die Tabakgesellschaft muss auch die Begräbniskosten übernehmen, entschied das Gericht. Der Zigarettenhersteller habe es unterlassen, auf die gesundheitlichen Risiken seiner Produkte hinzuweisen, obwohl er sich der Gefahren bewusst war. Entsprechende Hinweise auf den Zigarettenpackungen sind in Italien 1991 eingeführt worden.

Die Rechtsanwälte der Tabakgesellschaft argumentieren, dass Rauchen eine freie Entscheidung sei, für die man Tabakhersteller nicht verurteilen könne. Sie wollen gegen das Urteil berufen. Bisher waren derartige Verfahren überwiegend in den USA geführt worden. Zuletzt war ein US-Zigarettenhersteller zu einer Strafze in Höhe von 23 Milliarden US-Dollar verurteilt worden. (APA, derStandard.at, 25.7.2014)

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