MET-Opernchef droht mit Aussperrung der Mitarbeiter

25. Juli 2014, 12:37
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Diese werfen im Arbeitskampf ihrem Chef "Gefühlskälte" vor

New York - Die MET droht damit, ihre Musiker und andere gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter in der kommenden Woche aus dem New Yorker Opernhaus auszusperren - wenn keine Einigung auf einen neuen Kollektivvertrag zustande kommt. Damit droht der eskalierende Arbeitskonflikt, die Spielsaison des Traditionshauses zu beeinträchtigen.

In einem Brief an die Mitarbeiter droht MET-Intendant Peter Gelb mit Arbeitsausfall, sollte bis zum Auslaufen des aktuellen Vertrages am 31. Juli keine Einigung erzielt werden: "Ich hoffe wirklich, solch eine unglückliche Maßnahme vermeiden zu können." Im anderen Falle würden die Türen des Opernhauses von Sicherheitspersonal bewacht, das nur mehr Mitarbeiter durchließe, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Damit würden die Proben und Vorbereitungen auf die neue Spielzeit unterbrochen, die am 22. September mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" eröffnet werden soll.

Zunehmend von Mäzenen abhängig

Von den 300 Mio. US-Dollar (223 Mio. Euro) Jahresbudget fließen laut MET-Angaben annähernd 259 Mio. US-Dollar in die Gehälter. Die Einnahmen durch die Liveübertragung von MET-Aufführungen in Kinos weltweit konnten die Ausfälle seit 2011 nicht kompensieren, weshalb das Haus zunehmend von Mäzenen abhängig wurde. "Die MET kann den derzeitigen ökonomischen Weg nicht fortsetzen, wir müssen Einsparungspotenzial finden", so Gelb in seinem Brief weiter.

Die Musiker bezeichneten die Drohungen Gelbs als "zynische Strategie" und führten die finanziellen Schwierigkeiten auf teure Produktionen zurück, die weder vom Publikum noch der Kritik gemocht würden. "Seine Herzlosigkeit, der Versuch, seine Managementfehler zu verschleiern sowie seine fehlende künstlerische Vision, die zu sinkenden Zuschauerzahlen und dem Einbruch bei den Kartenverkäufen geführt haben, setzt die Existenz seiner Mitarbeiter aufs Spiel", heißt es in einem Statement der Mitarbeiter. Die Verhandlungen gehen ungeachtet der rauen Töne weiter. (APA/Reuters, 25.7.2014)

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