Über 100 Gene legen fest, wann Mädchen in die Pubertät kommen

25. Juli 2014, 15:52
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Bei einigen der Erbanlagen sind entweder nur die von der Mutter oder vom Vater geerbten Varianten angeschaltet

München - Das Alter, in dem Mädchen die Geschlechtsreife erreichen, resultiert aus der sogenannten genetischen Prägung. Dabei wird die Genaktivität allein von väterlichen oder mütterlichen Genen bestimmt – je nachdem welche Gene vererbt wurden. Das hat nun ein internationales Wissenschafterteam herausgefunden. Für die im Fachjournal "Nature" veröffentlichten Studie mit über 180.000 Teilnehmern arbeiteten 166 Forschungseinrichtungen zusammen.

Das Team analysierte in 57 Studien das genetische Material von 182.416 Frauen und konnte so 123 genetische Varianten identifizieren, die mit dem Zeitpunkt der ersten Regelblutung bei Mädchen assoziiert sind. Sechs dieser Genvarianten sind in "geprägten" Regionen des Genoms lokalisiert.

Einblicke in die Genetik der Geschlechtsreife

"Die Ergebnisse geben erstmals Einblicke in die genetische Regulation der Geschlechtsreife", erklärt Christian Gieger, der gemeinsam mit weiteren Kollegen vom Helmholtz Zentrum München an der Studie beteiligt war. Das Alter der ersten Regelblutung werde immer wieder mit dem Auftreten chronischer Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht", meinen die Forscher. Daher könnten die genetischen Assoziationen auch für die Erforschung dieser Volkskrankheiten neue Erkenntnisse liefern. (red, derStandard.at, 25.07.2014)

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    foto: apa/epa/robin van lonkhuijsen
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