Innsbrucks Wahrzeichen: Ein vergoldetes Rätsel

25. Juli 2014, 05:30
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Heinz Fischer und Conchita Wurst begaben sich im Goldenen Dachl auf Spurensuche

Innsbruck - Was dem ordinären Haus der Dachboden, ist für Innsbrucks berühmtestes Dachl seine Inschrift: Fläche, die Fantasie beflügelt, die Geschichten über Geister der Vergangenheit spinnen lässt und ein kleines Mysterium ist.

In hebräisch anmutenden Buchstaben ließ Maximilian I. das Spruchband beschriften - entziffert wurde es bis heute nicht. Handelt es sich um Geheimschrift? Hat sich der Kaiser mit bedeutungslosen Zeichen einen Jux erlaubt?

Goldene Mogelpackung

Fest steht, bei genauer Betrachtung ist Innsbrucks Wahrzeichen auch sonst eine Mischung aus Mogelpackung und genialem Marketing: So ist es kein Dach, sondern ein Erker, die 2657 Schindeln bestehen aus vergoldetem Kupfer. "Doch ob man aus dem unkultivierten Norden kam oder die beschwerliche Reise über den Brenner hinter sich hatte, der erste Weg führte an dem herrschaftlichen Dachl vorbei", sagt Stadtarchivar Lukas Morscher.

Etwa einen Meter breit und vier Meter hoch ist der unbegehbare "Dachboden" des Prunkvorbaus. Im Jahr 1899 wurden die Schindeln erstmals abgenommen und darunter gelugt - zuletzt vor 14 Jahren. Restauratoren berichten von zentimeterhohen Staubschichten, die sich über das sonst verborgene Holzgerüst legen.

Heinz Fischer und Conchita Wurst

Der Balkon darf nur in seltenen Fällen begangen werden: Nach Kaiser Maximilian standen dort bereits mehrere Bundespräsidenten, die Frau des Kronprinzen von Liechtenstein, zahlreiche Sportler - und zuletzt Conchita Wurst. (Katharina Mittelstaedt, DER STANDARD, 25.7.2014)

  • Das Goldene Dachl mal aus einer anderen Perspektive: von unten.
    foto: florian lechner

    Das Goldene Dachl mal aus einer anderen Perspektive: von unten.

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