Wohnturm in New York: "Armentür" für die Mieter

25. Juli 2014, 14:52
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In einem neuen Luxus-Wohnhaus an der Upper West Side soll es auch leistbare Wohneinheiten geben, die aber streng getrennt vom Rest des Hauses sind

Die "Poor Door" erhitzt derzeit die Gemüter - und das nicht nur in New York. Pläne für einen Wohnturm des Developers Extell an der Upper West Side sehen zwei getrennte Eingänge vor: Jene, die in den leistbaren Wohneinheiten leben, müssen einen anderen Eingang benützen als jene, die in den Luxuseinheiten leben. Das sorgt für Entrüstung, Kritiker sprechen gar von "Housing Apartheid". Die Behörden haben die Pläne aber nun durchgewunken.

33 Stockwerke hoch soll der Wohnturm an der Upper West Side werden, 219 Einheiten in den oberen Stockwerken sind als luxuriöse Eigentumswohnungen geplant. 55 Einheiten in den ersten sechs Stockwerken sind für Menschen mit niedrigem Einkommen. Wobei das in New York bedeutet: Ein Studio kommt auf 845 Dollar, umgerechnet etwa 630 Euro, im Monat, eine Zweizimmerwohnung auf rund 900 Dollar (670 Euro) und drei Zimmer kommen auf 1.099 Dollar (816 Euro).

Steuerbegünstigungen für leistbares Wohnen

Der Grund, dass es überhaupt leistbare Mietwohnungen in dem Wohnturm gibt: Die Stadt verspricht Developern für leistbare Wohneinheiten unter anderem Steuererleichterungen. Damit sollen mehr Wohnmöglichkeiten für Familien mit niedrigem Einkommen entstehen.

Getrennte Eingänge für Mieter und Eigentümer gibt es immer wieder in New York. Kritiker meinen aber, dass diese nicht das eigentliche Problem sind: Wenn New York den Developern keine Steuervergünstigungen ermöglichen würde, dann könnten mit den Steuereinnahmen viel mehr leistbare Wohnhäuser gebaut werden. (zof, derStandard.at, 25.7.2014)

  • Eine Trennung zwischen Reichen und Armen werfen Kritiker dem Developer vor.
    foto: reuters/phil noble

    Eine Trennung zwischen Reichen und Armen werfen Kritiker dem Developer vor.

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