Pühringer: Männer-Diskrimierung in Oberösterreichs Hymne

24. Juli 2014, 14:35
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Landeshauptmann will aber keine Änderung - Bundespräsident Fischer gegen Neufassung

Wien - Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) sieht Männer in der Hymne seines Bundeslandes diskriminiert. Dort heißt es: "Wiar a Kinderl sein Muader, A Hünderl sein' Herrn". Ändern will er sie trotzdem nicht, denn "das sind nicht die Themen, die die Republik wirklich beschäftigen", erklärt er im Nachrichtenmagazin "News" am Donnerstag.

Fischer verteidigt "Töchter"-Version

Bundespräsident Heinz Fischer ist gegen eine Neufassung der Bundeshymne. Das erklärte er am Donnerstag in einem Interview mit den Bundesländerzeitungen. Dabei verteidigte er auch die neue "Töchter"-Version, schließlich wäre es unfair, die Gleichberechtigung nicht zu berücksichtigen, meinte Fischer.

Die vom Schlagersänger Andreas Gabalier aufgrund des alten Textes losgetretene Diskussion inklusive "besorgniserregender" Postings ist für den Bundespräsidenten "nicht nachvollziehbar". Kein Verständnis hat er auch für die Idee eines komplett neuen Liedes: "Ich lehne den Vorschlag nach einer völlig neuen Hymne ab. Da würde ich die überflüssige Energie bei einigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern gerne woanders eingesetzt wissen."

Die Ergänzung um die "Töchter" vor drei Jahren durch den Nationalrat hält Fischer für gerechtfertigt: "Es wäre doch nicht fair, in der Bundeshymne auf die Gleichberechtigung keine Rücksicht zu nehmen."

Hymne in Esperanto

Einen außergewöhnlichen Beitrag zur Diskussion lieferte der Österreichische Esperanto-Verband. Er übersetzte anlässlich des 127. Geburtstages dieser Sprache die österreichische Bundeshymne auf Esperanto in der seit 1. Jänner 2012 gültigen "Töchter"-Version. Die Zeile "Heimat großer Töchter und Söhne" etwa heißt hier: "Hejm' de ge-filoj eminentaj". (APA)

  • Josef Pühringer zur Hymnen-Debatte: "Das sind nicht die Themen, die die Republik wirklich beschäftigen."
    foto: apa/rubra

    Josef Pühringer zur Hymnen-Debatte: "Das sind nicht die Themen, die die Republik wirklich beschäftigen."

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