Onlinemarkt der einsamen Herzen stagniert

24. Juli 2014, 14:19
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Auch wenn neue Nutzergruppen erschlossen wurden, der erzielte Umsatz pro Kopf ist in der Online-Partnersuche zurückgegangen

Mit der Liebe ist es immer so eine Sache. Sie kommt, sie geht. Dann wird wieder gesucht nach ihr. Dies geschieht heute häufig auf Online-Partnervermittlungen, deren Markt sich in Österreich in der ersten Dekade zwischen 2002 und 2012 kontinuierlich nach oben entwickelt hat. Zwei gegenläufige Trends sorgen aktuell jedoch für einige Unruhe in der Branche: So konnten zwar neue Nutzergruppen für das Online-Dating erschlossen werden. Der erzielte Umsatz pro Kopf ist jedoch zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt die Marktanalyse 2013/2014 von Singlebörsen-Vergleich, einer Plattform des Online-Marketingspezialisten Metaflake.

680.000 Menschen suchen online ihr Glück

Der Boom der Internet-Partnersuche begann in Österreich 2002. In diesem Jahr waren erstmals mehr als 100.000 Single-Profile im Netz. Derzeit begeben sich laut Singlebörsen-Vergleich monatlich rund 680.000 in Österreich lebendende Menschen online auf Suche nach einem Partner. Zum Vergleich: 2010 waren es 610.000 einsame Herzen, die auf diesem Weg nach dem schnellen oder ewigen Glück Umschau hielten. Der frische Zustrom an Usern rührt der Analyse zufolge vor allem durch die neue Generation von Social-Dating-Services wie Lovoo und Badoo her, die mit ihrem Angebot auf die junge Zielgruppe der 18+Dater und Singles mit Migrationshintergrund fokussieren. Hinzu kommen monatlich weitere 375.000 Nutzer im Bereich "Adult-Dating" (Portale für rein erotische Kontakte) sowie rund 49.000 Nutzer von Gay-Dating-Services.

Kunden werden mündiger

Trotz der deutlich gestiegenen Userzahlen lag der Branchenumsatz 2013 mit 17,2 Millionen Euro auf einem ähnlichen Niveau wie 2011 (16,9 Millionen Euro), hat Singlebörsen-Vergleich ermittelt. Auch für 2014 werden keine nennenswerten Steigerungen erwartet. Und zwar aus folgenden Gründen: "Die Monetarisierung der Mitglieder wird aufgrund verbesserter Konsumentenschutz-Regelungen und mündigerer Kunden immer schwieriger", heißt es in der Studie. Zum anderen müssten die klassischen Kontaktanzeigen-Marktplätze Abwanderbewegungen zu den günstigeren Social-Dating-Playern verzeichnen.

Social-Dating-Player im Kommen

Die Gesamtlage dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es einzelnen Anbietern - vor allem unter etablierten Online-Partner-Agenturen - in den vergangenen zwei Jahren gelungen sei, merkliche Umsatzzuwächse zu erzielen. Die Big-5 der Branche - C-Date, eDarling, ElitePartner, FriendScout und Parship - erzielen nach wie vor zusammen mehr als 60 Prozent des Gesamtumsatzes.

Sowohl den neuen Social-Dating-Playern als Flirt-Apps ist es der Untersuchung zufolge in erster Linie über Facebook und App-Stores gelungen, sehr schnell und auf kostengünstige Weise eine große Reichweite zu erlangen. Allerdings müssten sie nun zeigen, dass sie sich auch langfristig etablieren können. Schwer zwischen diesen Fronten weiter zu bestehen, hätte hingegen der bisherige Mittelbau, wie etwa Love.at. Weiterhin gute Chancen werden Nischenanbietern eingeräumt, vor allem dann, wenn ihnen der Schritt in andere Länder gelingt. (red, derStandard.at, 24.7.2014)

  • 680.000 Menschen suchen in Österreich aktuell online einen Partner.
    foto: dpa/weihrauch

    680.000 Menschen suchen in Österreich aktuell online einen Partner.

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