Bausparen nicht sexy, aber beliebt

24. Juli 2014, 14:11
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Die S-Bausparkasse senkt erneut die Zinsen für den Bausparer. Trotzdem haben nach wie vor fast zwei Drittel aller Österreicher einen Vertrag

Wien - Sexy sei er nicht, der Bausparer, aber dennoch nach wie vor Österreichs beliebteste Sparform. Das sagten Josef Schmidinger und Ernst Karner, Chefs von S-Bausparkasse und S-Wohnbaubank, bei einem Pressegespräch und stützen sich dabei auf die Ergebnisse einer GfK Umfrage. Obwohl 2013 die staatliche Prämie für das Bausparen gesenkt wurde und auch die Zinsen stetig zurückgehen, besitzen nach wie vor rund 60 Prozent der Österreicher einen Bauspar-Vertrag.

Doch die Zahl der Neueröffnungen bei der S-Bausparkasse ist rückläufig: Insgesamt gab es 135.701 Neueröffnungen zwischen Jänner und Mai, das ist ein Rückgang um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Karner glaubt dennoch an einen Ausgleich durch ein gutes zweites Halbjahr. Die Einlagen stiegen im selben Zeitraum um 1,9 Prozent auf knapp sieben Mio. Euro, die Ausleihungen sanken um 0,9 Prozent auf 6,9 Mio. Euro.

Erneute Zinssenkung

Aufgrund der Zinssenkung durch die EZB senkt auch die S-Bausparkasse mit Anfang August die Kredit- und Sparzinsen für Neuverträge. Die untere Grenze der variablen Verzinsung auf Bausparer wird von 0,75 auf 0,5 Prozent reduziert. Im ersten Jahr gibt es nach wie vor drei Prozent auf die Einlagen, in den Folgejahren kann die Verzinsung dann zwischen 0,5 und vier Prozent variieren. Je nachdem, wie sich die Zinslage allgemein entwickelt. "Wir sind am Ende der Fahnenstange angelangt, unter null können wir nicht", sagte Schmidinger. Bei den Darlehen wird die Zinssatzuntergrenze von aktuell 2,50 auf 2,25 Prozent gesenkt.

Handwerkerbonus und Sanierungsscheck

Die Nachfrage nach dem Sanierungsscheck, bei dem bis zu 30 Prozent der Kosten für thermische Sanierungen gefördert werden, sei groß. Insgesamt seien bereits 70 Prozent der zur Verfügung stehende 70 Millionen aufgebraucht. Karner vermutet daher, dass der Fördertopf bereits im September leer sein werde.

Für den Handwerkerbonus, den es seit Anfang Juli gibt, habe es bei der S-Bausparkasse in den ersten beiden Wochen rund 1000 Anträge gegeben. Insgesamt stehen heuer zehn Mio. zur Verfügung und 20 Mio. im nächsten Jahr.

Der Wohnbau sei die einzige Branche, die die Bauwirtschaft aktuell stütze, sagt Schmidinger. Um leistbares Wohnen sicherzustellen wünsche er sich mehr Investition in die Infrastruktur und eine höhere Widmungsdynamik von Seiten der öffentlichen Hand. (Sonja Spitzer, derStandard.at, 24.7.2014)

  • Die S-Bausparkasse senkt erneut die Zinsen für Bauspar-Verträge.
    foto: apa

    Die S-Bausparkasse senkt erneut die Zinsen für Bauspar-Verträge.

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