Pilotenverband kritisiert Route der MH17

24. Juli 2014, 12:38
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ECA kritisiert Bedrohungs- und Risikobewertung in der zivilen Luftfahrt

Brüssel - Der Pilotenverband European Cockpit Association (ECA) schlägt nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine Alarm. Der Vorfall habe "eine gewichtige Schwäche - wenn nicht ein Versagen - der internationalen Bedrohungs- und Risikobewertung in der zivilen Luftfahrt" aufgedeckt, erklärte der Verband am Donnerstag.

Im Rückblick sei es inakzeptabel, dass eine Passagiermaschine das Gebiet überhaupt überflogen habe, urteilte der ECA. Fluggesellschaften bekämen unterschiedliche risikorelevante Informationen. Manche erhielten offenbar Informationen "von den mächtigsten nationalen Sicherheitsdiensten". Die Airlines anderer Staaten würden hingegen "einem größeren Risiko überlassen", hieß es in der Erklärung des Dachverbands, dem in Österreich die Austrain Cockpit Association (ACA) angehört.

Lehren aus dem Unglück ziehen

Der ECA verlangte, aus dem Unglück in der Ukraine Lehren zu ziehen. Es müsse unter anderem mit den Regierungen diskutiert werden, welche sicherheitsrelevanten Informationen Airlines untereinander weitergeben dürften.

Auch der Branchenverband Association of European Airlines (AEA) forderte eine Debatte über die Flugsicherheit. Der Verband drang darauf, dass die Airlines Zugang "zu unabhängigen Risikobewertungen hätten", statt sich nur auf Informationen von Regierungen und Flugaufsichtsbehörden verlassen zu müssen. Der Absturz in der Ukraine werfe Fragen über das Zustandekommen von Risikobewertungen auf, mahnte die AEA am Donnerstag.

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am Donnerstag vergangener Woche mit 298 Menschen an Bord abgestürzt. Die Rebellen in der Ostukraine und die Regierung in Kiew werfen sich gegenseitig vor, das Flugzeug abgeschossen zu haben. (APA, 24.7.2014)

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