Verkehr: Lösungsansatz Kleinwagen

Kolumne23. Juli 2014, 17:57
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Kleine Autos sind grundsätzlich nicht besser als große

Kleine Autos werden gerne als ideale Lösung von großen Verkehrsproblemen gesehen, was jedoch der Logik widerspricht. Denn mit Verkehrsproblemen meint man meist zu viele Autos, und zu viele Autos kann man nicht mit noch mehr Autos bekämpfen, auch wenn sie kleiner sind.

Eine der problematischen Seiten des Automobils lautet: Zehn Quadratmeter Grundfläche Platzbedarf fürs nackte Blech, da ist man noch keinen Zentimeter gefahren. Die zweite problematische Seite lautet: 1500 Kilogramm Gewicht, bei manchen sind die Personen schon mitgerechnet, bei anderen noch nicht. Das eine erzeugt Flächenverbrauch, das andere Spritverbrauch.

Mehr Autos unterbringen

Kleine Autos sind besser als große Autos, das gilt aber nur in eingeschränktem Maß, denn wenn in einem großen Auto tatsächlich vier oder mehr Personen sitzen, dann ist das größere eindeutig umweltfreundlicher. Ein gewisser Trend zum Kleinwagen entsteht eben nicht aus Vernunft, sondern aus dem Zwang, auf begrenzter Verkehrsfläche mehr Autos unterzubringen.

Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass heute die Verkehrsstrukturen der Megacitys von morgen geplant werden. Da will die Autoindustrie dabei sein. Und da muss sie sich mit nachvollziehbaren Konzepten einordnen.

Ein "smartes" Argument

Der Kleinwagen ist in diesem Zusammenhang ein "smartes" Argument, große Limousine, das ginge da gar nicht mehr. Denn eines ist klar: Je größer die Bevölkerungsdichte, umso weniger benötigt man überhaupt ein Auto. Man erreicht ohnehin fast alles leichter und vor allem auch viel billiger zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Trotz des globalen Erfolgs der Autoindustrie vor allem bei den Luxuswagen, liegt die längerfristige Perspektive also bei kleineren Autos. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 18.7.2014)

  • Dieses Auto ist klein. Sehr klein.
    foto: reuters

    Dieses Auto ist klein. Sehr klein.

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