Wirtschaftskammer: 85.000 Euro abgezweigt

23. Juli 2014, 17:30
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Ex-Mitarbeiterin zweigte Geld ab, mittlerweile wurde der Betrag zurück bezahlt

Wien - Einen klaren Fall von Vertuschung ortet eine Facebook-Seite namens Wikaleaks Wirtschaftskammer. Demnach hätte eine Mitarbeiterin der Wirtschaftskammer Wien 85.000 Euro an Mitgliedsgeldern abgezweigt. Die Wirtschaftskammer Wien hätte keine Anzeige gegen die mittlerweile entlassene Mitarbeiterin erstattet, um sich kurz vor der Wahl 2015 unangenehme Fragen und eine kritische Berichterstattung zu ersparen, lautet der Vorwurf. Die Wiener Kammer hätte darüber hinaus alles darangesetzt, dass es zu keiner Anzeige komme.

In der Wirtschaftskammer Wien wird der Fall im Prinzip bestätigt. Allerdings habe es sich nicht um Mitgliedsgelder, sondern um Mittel aus einem der Wiener Wirtschaftskammer nahestehenden Verein gehandelt, für den die Ex-Mitarbeiterin tätig gewesen sei, heißt es auf Anfrage in der Pressestelle. Von Totschweigen will man schon gar nichts wissen. "Hier gab es eine persönliche Verfehlung einer ehemaligen langjährigen Mitarbeiterin, die durch tätige Reue wiedergutgemacht wurde, nicht mehr und nicht weniger." Aufgeflogen sei die Sache - passiert ist sie vor einigen Monaten - bei einer Routinekontrolle. Nachdem die Mitarbeiterin über Jahrzehnte mit ihren Aufgaben betraut gewesen sei, hätte es auch keinen Anlass für erhöhtes Misstrauen gegeben, erklärt man in der Wirtschaftskammer. Sie habe den Betrag auch umgehend zurückbezahlt. Weil kein Straftatbestand vorlag und im Endeffekt auch kein finanzieller Schaden entstanden sei - Stichwort tätige Reue -, wollte man die menschlich tragische Geschichte nicht auch noch breittreten. (rebu, DER STANDARD, 24.7.2014)

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