EU-Wahl: Österreich wählte ähnlich wie bei Nationalratswahl

23. Juli 2014, 16:12
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Umfrage: 60 Prozent wählten aus Vertrauensmangel nicht, nur sechs Prozent fühlen sich besser informiert

Wien - Der Großteil der österreichischen Bevölkerung hat bei der Europawahl die gleiche Partei wie bei der Nationalratswahl gewählt. Dies ergab eine im Auftrag von ÖGfE und AUTNES durchgeführte Online-Umfrage unter 1.222 Personen. Ein Ausreißer sind die Neos: Hier wählten nur 43 Prozent analog zur Nationalratswahl.

Die Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) und AUTNES (Österreichische Nationale Wahlstudie an der Universität Wien) veröffentlichten die Zahlen am Mittwoch. Für die FPÖ stimmten demnach 80 Prozent der Blau-Wähler bei der Europawahl ebenso wie bei der Nationalratswahl. Bei der ÖVP waren es 72 und bei SPÖ und Grünen jeweils 65 Prozent.

Vertrauensmangel und Protest

Fast zwei Drittel der österreichischen Nichtwähler bei der Europawahl haben aus mangelndem Vertrauen in die Politik erst gar nicht gewählt. Weitere Motive, nicht zu wählen, waren Protestverhalten (51 Prozent) und die Annahme, Österreich hätte in der EU nichts zu sagen (47 Prozent).

21 Prozent gaben "Desinteresse" und 20 Prozent "Unwichtigkeit der Europawahlen" als Motiv an, die Stimme nicht abzugeben. Zwischen den Parteien gibt es kaum Unterschiede, dennoch finden sich unter der Wählerschaft der FPÖ die meisten Nichtwähler, die überproportional von der Unwichtigkeit der eigenen Stimme bei der Europawahl überzeugt sind.

Die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung sieht sich zudem gleich gut oder schlechter über europäische Themen informiert als vor der Wahl. Nur sechs Prozent glauben, besser informiert zu sein, was "eine proaktivere EU-Kommunikation und eine stärkere Europäisierung der nationalen Politik nicht nur vor, sondern auch nach den Europawahlen in Österreich" unbedingt nötig mache. Dies betonten Sylvia Kritzinger, Professorin für Sozialwissenschaften an der Universität Wien, und Paul Schmidt, Generalsekretär der ÖGfE, in der Aussendung. (APA, 23.7.2014)

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