St. Pölten will Spieß umdrehen

23. Juli 2014, 14:53
17 Postings

Erste-Liga-Klub muss bei Europacup-Heimpremiere gegen Plowdiw 1:2-Rückstand aufholen - Gager: "Rechne mit sehr enger Geschichte"

St. Pölten - Der SKN St. Pölten hat zwar das Hinspiel in der zweiten Europa-League-Qualifikations-Runde gegen Botew Plowdiw in Bulgarien mit 1:2 verloren, hofft aber im Heimspiel am Donnerstag (21.05 Uhr/live ORF eins) in der NV-Arena die Kurve zu kratzen und in die dritte Runde aufzusteigen. In der dritten Runde würde der attraktive niederländische Topclub PSV Eindhoven warten.

"Sie sind Favorit. Sie haben einen Vorsprung, mehr Budget und eine relativ teure, gute Mannschaft", sagte St.-Pölten-Trainer Herbert Gager zur Ausgangslage. Trotzdem sei für seine Truppe bei der Europacup-Heimpremiere in St. Pölten alles möglich. "Für uns wäre schon in Bulgarien ein Punkt drinnen gewesen. Ich rechne mit einer sehr engen Geschichte. Wir haben nichts zu verlieren", erklärte der Ex-Austria-Trainer.

Die Niederösterreicher sind gezwungen, vor eigenem Publikum die Initiative zu übernehmen. "Wir wollen von Anfang an Druck aufbauen, werden aber nicht auf Teufel komm raus stürmen, denn wir wollen ihnen nicht ins offene Messer laufen", sagte Gager. Für die "Sensation", die schon bei einem 1:0-Sieg perfekt wäre, sei es wichtig, sowohl fußballerisch als auch was die Defensive betrifft auf höchstem Niveau zu agieren. "Wir müssen couragiert zur Werke gehen", gab Gager die Marschroute vor.

Gegenüber dem 3:0-Erfolg zum Erste-Liga-Start am Montag im Niederösterreich-Derby gegen Horn müssen sich die St. Pöltener steigern. Vom Ergebnis her war der Erfolg zwar deutlich, insgesamt aber etwas schmeichelhaft.

Die Generalprobe des Gegners glückte ebenfalls, zum bulgarischen Ligastart gab es am Sonntag einen 1:0-Erfolg gegen Lokomotiw Sofia. Den Treffer erzielte mit Hamza Younes Plowdiws Topstürmer, der im Europacup allerdings nicht auf der Kaderliste steht. Die St. Pöltner verzichteten darauf, den Gegner nochmals zu beobachten. "Ich brauche keine Informationen mehr. Ich rechne nicht damit, dass sie so spielen wie zu Hause. Sie werden erstmals auf eine gute Defensive setzen. Sie haben ja gesehen, dass wir auch Qualität haben", so Gager.

Gegenüber dem Hinspiel ist beim zweifachen bulgarischen Champion, der in finanziellen Problemen steckt, eine personelle Änderung fix: Der rumänische Innenverteidiger Alexandru Benga wechselte diese Woche zum Aserbaidschan-Club FK Gabala. Die Bulgaren rechnen trotzdem mit dem Weiterkommen. "Das 2:1 ist sicherlich nicht perfekt, aber viel besser als etwa ein 0:0. Jetzt muss St. Pölten agieren. Ich bin zuversichtlich, wir haben die bessere Mannschaft", sagte Plowdiws-Trainer Welislaw Wuzow.

Für die Niederösterreicher spricht der Heimvorteil. "Wir brauchen die Unterstützung unserer Fans. Das ist die Chance unseres Lebens", sagte Stürmer Segovia, der trotz seiner Handverletzung für die Tore sorgen soll. (APA, 23.7.2014)

Mögliche Aufstellungen zum Match der Europa-League-Qualifikation am Donnerstag - 2. Runde, Rückspiel:

SKN St. Pölten - Botew Plowdiw (BUL) (St. Pölten, NV-Arena, 21.05 Uhr/live ORF eins, SR Jovan Kaludjerovic/MNE)

St. Pölten: Kostner - Grasegger, Huber, Wisio, Holzmann - Ambichl, Parada, Hofbauer, Kerschbaumer, Hartl - Segovia

Ersatz: Riegler - Stec, Fucik, Starkl, Schibany, Noel, Kragl

Es fehlt: Oberortner (Schambeinentzündung)

Plowdiw: Stachowiak - Hristow, Luchin, Kolew, Filipow - Jirsak - Curtean, Zwetkow, Wasew, Ognjanow - Tschuntschukow

Ersatz: Iwanow - Marin, Ajtow, Tersiew, Gamakow, Jusein, Karamfilow

Es fehlen: Younes (nicht im Europacup-Kader), Benga (zum FK Gabala/AZE gewechselt)

Hinspiel: 1:2 - Der Aufsteiger steht in der dritten von vier Qualifikations-Runden und bekommt es dort mit PSV Eindhoven (Spieltermine 31. Juli/auswärts, 7. August/heim) zu tun.

Share if you care.