Maximilian Krauss ist als stellvertretender Stadtschulratspräsident inakzeptabel

Blog23. Juli 2014, 13:33
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Zeitungsente? Leider nein! Maximilian Krauss, Mitglied der schlagenden Burschenschaft Aldania, wurde von der FPÖ als neuer stellvertretender Stadtschulratspräsident nominiert

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde der 21-jährige Jus-Student Maximilian Krauss von FPÖ-Chef Heinz Christian Strache als Wiens neuer stellvertretender Stadtschulratspräsident vorgestellt. Die Ernennung Krauss‘ solle "frischen Wind" in den Stadtschulrat bringen, so Strache.

Von frischem Wind kann indes keine Rede sein, wie ein Blick auf die politischen Positionierungen Krauss‘ schnell offenbart. Diese erinnern, wie auch der Grüne Nationalrat Harald Walser in einer Aussendung anlässlich der Ernennung von Krauss festhält, eher an Positionen, die von 1939 bis 1945 gesellschafskonform waren.

"Türkisches Blut" und "Ausländerklassen"

So forderte Krauss mittels Presseaussendung im Vorjahr den damaligen Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz dazu auf, Zuwanderer mit "türkischem Blut" in ihre Heimatländer zurückzuschicken. Es brauche, so Krauss damals, "im Sinne des Erhalts unserer christlich-westlichen Werte und Kultur (…) endlich ein Konzept (…), wie Menschen, die sich selbst nicht als Österreicher sehen, in ihre Heimat zurückzubringen sind".

In einem Interview forderte er im Vorjahr eine "Migrantenobergrenze": Die Ausländergrenze dürfe in Schulklassen maximal bei 30 Prozent liegen. Wo dies nicht machbar sei, müssten "ausländische Schüler" von österreichischen separiert und reine "Ausländerklassen" geschaffen werden.

Inakzeptabel!

Ein stellvertretender Stadtschulratspräsident, der in altbekannter FPÖ-Rhetorik gegen MigrantInnen mit türkischen Wurzeln wettert, stereotype Bilder von der Integrationsunwilligkeit türkischstämmiger ÖsterreicherInnen bedient und sich Ausländerklassen wünscht, ist eines: Inakzeptabel! Inakzeptabel und ein Schlag in das Gesicht all jener, die sich für ein respektvolles Miteinander auf Augenhöhe einsetzen. Schulen und Kindergärten sind Orte der Begegnung. Orte der mehrsprachigen Begegnung. Orte, an denen die verschiedenen, in unserer Stadt vertretenen Kulturen aufeinandertreffen. Orte, an denen sich Kinder und Jugendliche vorurteilsfrei begegnen können (sollten).

Es ist Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen für dieses vorurteilsfreie Aufeinandertreffen zu ermöglichen. Jemand, der stattdessen Segregation fordert und auf Kosten bestimmter Bevölkerungsgruppen politisches Kapital zu schlagen versucht, hat nichts in einer leitenden Funktion im Wiener Schulwesen verloren. So jemand ist inakzeptabel! (Meri Disoski, daStandard.at, 23.7.2014)

  • Maximilian Krauss
    foto: christian fischer

    Maximilian Krauss

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