Gaza-Konflikt erreicht das Showgeschäft

23. Juli 2014, 13:43
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Jon Stewart bekam einige Prügel ab, nachdem er sich zu Israel und Gaza äußerte. Jetzt hat der Entertainer seinen Kritikern geantwortet

Der aktuelle militärische Konflikt zwischen Israel und der Hamas erreichte vergangene Woche auch das US-amerikanische Comedy-Format von Jon Stewart. In einem rund zweiminütigen Clip thematisierte der Entertainer in seiner "Daily Show" die aktuelle Bodenoffensive Israels im Gazastreifen.

Zwei Minuten, die Stewart erhebliche Kritik von proisraelischer Seite einbringen sollte. Stewart spricht von der Asymmetrie der Bombardements und den unterschiedlichen Warnungen, die an die jeweilige Zivilbevölkerung vor dem Bombardement gehen. Während es in Israel eine App gebe, die vor erwartbaren Bombeneinschläge warnt, würde die israelische Armee die Bevölkerung im Gazastreifen unzureichende Warnungen zukommen lassen. Aber sehen Sie selbst:

ahmad musa
Jon Stewart am 14. Juli über Israel und Gaza.

Stewarts Beitrag löste eine Debatte über Israel-Palästina-Berichterstattung und Diskussionen in und außerhalb den USA aus. Einer der Vorwürfe der Kritiker lauteten, Stewart würde jeglichen Kontext und Hintergrund der aktuellen Situation ignorieren und außerdem unterstellen, die Bombardements der israelischen Armee wären wahllos und würde mehrheitlich Zivilisten treffen.

Nun hat Stewart in seiner Show am Montag kurz Stellung zu seinen Aussagen aus der Vorwoche genommen und damit die Schwierigkeiten einer Diskussion über Israel thematisiert. Sobald er das Wort "Israel" erwähnt, tauchen neben ihm seine Showkollegen auf und beschimpfen ihn:

comedy central
Jon Stewart am 22. Juli zu der ihm vorgeworfenen Israel-Kritik.

"Schauen Sie, offenbar gibt es viele starke Meinungen zu diesem Thema", sagte Jon Stewart, "aber die bloße Erwähnung von Israel oder das Hinterfrage der Effektivität oder Humanität von Israels Politik ist nicht gleichzusetzen mit der Unterstützung der Hamas."

Die knapp eineinhalbminütige Szene endet mit folgendem Satz: "Warum reden wir nicht über etwas Leichteres: Ukraine." (mka, derStandard.at, 23.7.2014)

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