Erste Verhaftungen in chinesischem Skandal um Gammelfleisch

23. Juli 2014, 10:02
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Unternehmenschef und Qualitätsmanager unter den Beschuldigten

Shanghai - Im Gammelfleisch-Skandal in China ist es zu ersten Verhaftungen gekommen. Die Polizei von Shanghai setzte am Mittwoch nach eigenen Angaben fünf Verdächtige fest, darunter den Chef des Fast-Food-Lieferanten Husi Food. Auch der Qualitätsmanager des Unternehmens sei verhaftet worden.

Husi Food wird verdächtigt, große Restaurant-Ketten in China wie McDonald's, die zum Yum-Konzern gehörenden Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut, Starbucks oder Burger King mit umetikettiertem altem Fleisch beliefert zu haben. Nach Einschätzung der Lebensmittelbehörde handelt es sich nicht um Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter, sondern wenigstens zum Teil um einen vom Unternehmen selbst organisierten Betrug.

Fleisch vom Boden

Die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte ein TV-Bericht, der Mitarbeiter von Husi zeigte, wie sie abgelaufenes Fleisch verarbeiteten, Stücke vom Boden aufhoben und untermengten. Auch in Japan hatte McDonald's Produkte von Husi Food verkauft. Das Unternehmen ist eine Tochter des US-Zulieferers OSI.

Unter Berufung auf die Behörden in Shanghai berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, es seien bisher mehr als 1.000 Tonnen verdächtiges Fleisch von OSI in China beschlagnahmt worden. Hinzu kämen 100 Tonnen, die an die Kunden ausgeliefert worden seien. Die im US-Staat Illinois beheimatete Konzern-Mutter OSI erklärte, sie sei erschüttert.

China wurde bereits von mehreren großen Lebensmittelskandalen erschüttert. So wurden Industrie-Chemikalien in Baby-Milch gefunden. (APA, 23.7.2014)

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