Airlines stellen Flüge nach Israel ein

23. Juli 2014, 08:14
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AUA stellt für 36 Stunden Flugverbindungen nach Tel Aviv ein

Gaza - Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat amerikanischen Fluggesellschaften wegen der Raketengefahr Flüge nach Israel vorübergehend untersagt. Die Anweisung gelte für 24 Stunden, teilte die FAA am Dienstag mit. Am Dienstagvormittag war eine Rakete in Yahud in der Nähe des internationalen Flughafens Ben Gurion bei Tel Aviv eingeschlagen.

Wenig später zogen auch europäische Fluglinien nach. Die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die AUA gehört, stellt für 36 Stunden die Flugverbindungen nach Tel Aviv ein. Ein für Dienstagabend geplanter AUA-Flug wurde gecancelt. "Die Sicherheit der Passagiere und der Crew geht vor", erklärte ein AUA-Sprecher auf STANDARD-Anfrage.

Nach Ablauf der 36-Stunden-Frist werde die Lage neu evaluiert, hieß es. Somit gibt es am Mittwoch nur einen Flug von Wien nach Tel Aviv, durchgeführt von der israelischen Fluglinie El Al um 20.30 Uhr.

British Airways fliegt weiterhin

Weiters annullierten die zweitgrößte europäische Gesellschaft Air France-KLM, die skandinavische SAS, die britische Billigfluglinie Easy Jet sowie Air Canada ihre Flüge nach Israel. British Airways behielt ihre Flüge dagegen bei.

Israel hat nach der Streichung zahlreicher internationaler Flüge die Sicherheit des Flugverkehrs nach Tel Aviv bekräftigt. "Wir sind überzeugt, dass wir den Flughafen schützen können", sagte der israelische Armeesprecher Peter Lerner am Mittwoch.

"Kein hermetisches System"

Gleichzeitig betonte Lerner, Israels Raketenabwehr sei "kein hermetisches System". Das System "Eisenkuppel" habe eine Erfolgsrate von etwa 90 Prozent. Es könne immer sein, dass eine Rakete durchrutsche.

Reiseveranstalter in Israel haben inzwischen die Öffnung eines Ausweichflughafens gefordert. Der Militärflughafen Ovda in der Negev-Wüste im Süden des Landes müsse für internationale Flüge zugänglich gemacht werden, verlangte der Vorsitzende des Verbands israelischer Reiseveranstalter, Yossi Fatal.

Die Streichung der Flüge nach Israel füge dem Land immensen Schaden vor allem im Tourismusbereich zu, warnte Fatal am Mittwoch im israelischen Rundfunk. Er sprach auch von einem großen Image-Schaden, weil der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv bisher das "einzige Tor zur Welt" für Israel sei.

Die radikal-islamistische Hamas beschießt Israel seit zwei Wochen massiv mit Raketen aus dem Gazastreifen. Bei der Entscheidung über die Einstellung der Flüge dürfte auch der mutmaßliche Abschuss eines malaysischen Flugzeuge über der Ukraine eine Rolle gespielt haben. (red/APA, 22.7.2014)

  • Aufräumarbeiten nach einem Raketeneinschlag in Yehud in der Nähe des Flughafens Ben Gurion, 22. Juli 2014

    Aufräumarbeiten nach einem Raketeneinschlag in Yehud in der Nähe des Flughafens Ben Gurion, 22. Juli 2014

  • Leere Abflughalle am Flughafen Ben Gurion.
    foto: ap/bality

    Leere Abflughalle am Flughafen Ben Gurion.

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