Das Europäische Arzneibuch ist 50 geworden

22. Juli 2014, 13:46
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Wichtige Grundlage für Patienten- und Arzneimittelsicherheit - aktuelle Ausgabe umfasst über 5.000 Seiten

Wien/Straßburg - Das Europäische Arzneibuch ist 50 Jahre alt. Am 22. Juli 1964 haben Mitgliedstaaten des Europarates das für die Patienten- und Arzneimittelsicherheit bedeutende Übereinkommen unterschrieben: Die Ausarbeitung eines Europäischen Arzneibuches wurde begonnen. Es harmonisiert seither die national unterschiedlichen Standards in Bezug auf die Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln.

Dem Übereinkommen gehören derzeit 38 europäische Länder an, seit 1978 auch Österreich. 1994 ist die EU dem Übereinkommen beigetreten. Dazu kommen 23 - auch nicht europäische - "Beobachterstaaten", darunter auch die WHO.

"Die Qualitätsnormen des Europäischen Arzneibuchs sind für alle Arzneimittelhersteller rechtlich bindend. Ihre Einhaltung ist Voraussetzung für die Erteilung einer Arzneimittelzulassung durch eine nationale oder europäische Behörde", erklärte die Österreichische Apothekerkammer.

"Grundfeste in Sachen Sicherheit und Qualität"

In den vergangenen 50 Jahren wurde das Europäische Arzneibuch ständig erweitert und erneuert, sodass mit der aktuellen Ausgabe ein über 5.000-seitiges Werk zur Verfügung steht, das in jeder Apotheke in Österreich seinen Platz hat. "Arzneimittelsicherheit ist das zentrale Thema in der Pharmazie. Das Europäische Arzneibuch ist eine Grundfeste in Sachen Sicherheit und Qualität und fehlt in keiner Apotheke," so Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.

Auch für alle Medikamente, die direkt in der Apotheke für den Kunden angefertigt werden, die sogenannten magistralen Rezepturen, gilt das Europäische Arzneibuch mit seinen hohen Qualitätsstandards als bindend. Man spricht daher auch von "Arzneibuchqualität", wenn Produkte nach diesen Vorgaben hergestellt werden. (APA, derStandard.at, 22. 7. 2014)

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