Leiterin von mexikanischem Kinderheim entgeht Anklage

22. Juli 2014, 13:32
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Arzt diagnostizierte Unzurechnungsfähigkeit

Mexiko-Stadt - Die greise Leiterin des Horror-Heims im Westen von Mexiko muss keine Strafverfolgung fürchten. Die etwa 80 Jahre alte Rosa Verduzco sei senil, teilte Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam am Montagabend mit.

Eine ärztliche Untersuchung habe ergeben, dass die Frau geistig und körperlich nicht mehr in der Lage gewesen sei, eine solche Einrichtung zu führen. Rechtlich gesehen gebe es daher seitens der Anklagebehörde keine Handhabe gegen sie.

Zwischen Bergen von Müll

Soldaten und Polizisten hatten am vergangenen Dienstag rund 450 Minderjährige aus der von Verduzco gegründeten Einrichtung "La Gran Familia" (Die Große Familie) im Bundesstaat Michoacan befreit. Sie hatten dort jahrelang zwischen Bergen von Müll gelebt, waren zum Betteln gezwungen und Zeugen zufolge auch sexuell missbraucht worden.

Verduzco, als "Mama Rosa" bekannt, habe nicht direkt etwas mit dem Missbrauch zu tun gehabt, hieß es. Die Frau war nach dem Polizeieinsatz in ein Krankenhaus in Zamora gebracht worden, um wegen Diabetes und Bluthochdrucks behandelt zu werden. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts sind seither mehr als 150 Anzeigen gegen Mitarbeiter des Heimes eingegangen. Gegen sechs von ihnen sei Anklage wegen Freiheitsberaubung, Menschenhandels und organisierter Kriminalität erhoben worden. Gerüchte, auf dem Gelände habe es Massengräber gegeben, bewahrheiteten sich demnach nicht. (APA, 22.7.2014)

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