Das beste Stück ... nachgefragt bei Franzobel

Kolumne27. Juli 2014, 13:08
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Michael Hausenblas erfuhr vom Schriftsteller Franzobel, welche Gemeinsamkeiten ein Schmortopf mit dem Schreiben hat

"Dieser Schmortopf war ein Hochzeitsgeschenk. Allein deshalb schon hängt mein Herzblut an ihm. Das Ding ist ziemlich schwer, ich schätze ihn auf drei, vier Kilo. Also auf eine Reise würde ich ihn eher nicht mitnehmen. Ich mag ihn, weil man mit ihm kochen kann, ohne wirklich kochen zu können. Man gibt die geschnittenen Zutaten hinein, und die behalten Geschmack und Konsistenz. Sehr bekömmlich wird das Essen auch.

Ingredienzien

Hinein kommen alle Arten Gemüse, die aktuell gerade wachsen, und je nach Gusto Faschiertes, Lamm, Fisch oder Hase. Seine Farbe gefällt mir auch. Es passt ganz schön viel in diesen Schmortopf, das heißt, wir können zwei- bis dreimal von einer Schmorung zehren.

Der Topf hat als Sinnbild auch mit meiner Arbeit zu tun. Beim Schreiben geht es ebenfalls um Ingredienzien, die in einem langen Prozess dahinköcheln. Irgendwann kommt dann etwas völlig Neues, Fertiges heraus, und man hofft, dass man das Ursprüngliche nicht völlig zerkocht hat." (Michael Hausenblas, Rondo, DER STANDARD, 25.7.2014)

Franzobels Kriminalroman "Wiener Wunder" erscheint am 28. Juli im Verlag Zsolnay.

  • Für Franzobel ist der Schmortopf Sinnbild seiner schriftstellerischen Arbeit.
    foto: nathan murrell

    Für Franzobel ist der Schmortopf Sinnbild seiner schriftstellerischen Arbeit.

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