Time Warner ändert Satzung zum Schutz vor Murdoch

22. Juli 2014, 12:43
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Aktionäre sollen keine außerordentliche Hauptversammlung mehr durchsetzen können

New York - Zum Schutz vor einer feindlichen Übernahme durch den Medienmogul Rupert Murdoch hat der US-Konzern Time Warner seine Unternehmenssatzung geändert. Danach haben Aktionäre künftig nicht mehr die Möglichkeit, eine außerordentliche Hauptversammlung zu beantragen, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom Montag hervorgeht.

Änderung ab 2015

In Kraft treten soll die Änderung demnach mit der Hauptversammlung 2015. In der Zwischenzeit sollen nur der Konzernchef Jeff Bewkes oder eine Mehrheit der Verwaltungsratsmitglieder die Möglichkeit haben, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen.

Mit dieser Maßnahme will Time Warner Zeit gewinnen und verhindern, dass eine Minderheit von Aktionären, die für eine Übernahme durch Murdoch sind, eine außerplanmäßige Versammlung veranlassen können. Mit so einer Sitzung hätten sie eine schnelle Prüfung einer möglichen Übernahme durchsetzen können.

"Formales Angebot"

Der Konzern 21st Century Fox von Murdoch hatte vergangene Woche erklärt, Time Warner im vergangenen Monat ein "formales Angebot" unterbreitet zu haben. Der Vorschlag sei aber abgelehnt worden. Beide Seiten würden sich derzeit nicht in Gesprächen befinden. Time Warner bestätigte den Vorgang.

Time Warner mit 80 Mrd. Dollar bewertet

In seinem Angebot bewertete Murdoch Time Warner mit 80 Mrd. Dollar (59,2 Mrd. Euro). Nach Angaben aus informierten Kreisen will der US-Medienmogul mit australischen Wurzeln sich aber noch nicht geschlagen geben.

Murdoch hatte seinen Medienkonzern News Corp vergangenes Jahr aufgespalten. Die profitablen Film- und Fernsehfirmen wurden dabei unter dem Namen 21st Century Fox von den teilweise angeschlagenen Zeitungs- und Buchverlagen abgetrennt. Neben Zeitungen in Großbritannien und Australien besitzt Murdoch das renommierte US-Wirtschaftsblatt "Wall Street Journal". Zum Murdoch-Imperium gehört auch eine Mehrheit am Bezahlsender Sky Deutschland. (APA/AFP, DerStandard, 22.7.2014)

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    foto: ap/diane bondareff
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