Laserpointer gegen "Krähenplage" im Grazer Stadtgebiet

22. Juli 2014, 13:31
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Jägerschaft: Vögel reagieren panisch, sollen aber nicht verletzt werden - Kritik wegen "Florianiprinzips"

Graz - Die Grazer Jägerschaft geht seit Monaten mit speziellen Laserpointern gegen eine "Krähenplage" vor: Bezirksjägermeister Stephan Moser erklärte am Dienstag, dass man mit den Lichtsignalen die Vögel gut verscheuchen kann, ein Abschluss sei im Stadtgebiet natürlich verboten. In ländlichen Regionen dagegen darf eine gewisse Anzahl der Tiere per Gesetz auch abgeschossen werden.

Moser bestätigte einen Bericht des ORF-Radio-Steiermark, wonach momentan vor allem am Grazer Zentralfriedhof ungewöhnlich viele Krähen ihr Unwesen treiben: "Wir vermuten, dass dort eine ältere Frau, die bei den Nachbarn deswegen schon sehr unbeliebt ist, heimlich füttert." Man habe bereits das Magistrat informiert, damit die Ordnungswache das unterbindet, denn viele Krähen an einem Ort seien problematisch.

Unhygienisch und ätzend

Noch im Winter waren sie statt am Friedhof am Areal eines Kindergartens "zu Hause" und koteten dort die Spielgeräte voll, sagte Moser und meinte weiter: "Krähenkot ist nicht sehr sympathisch, sondern furchtbar ätzend und scharf, ganz abgesehen vom hygienischen Aspekt." Mit mehreren Methoden wie etwa Platzpatronen habe man versucht, die Vögel zu vertreiben. Nichts half wirklich, bis sie einen starken Laserpointer probierten. "Wenn man damit leuchtet, verlassen die Krähen panikartig die Örtlichkeit", beschrieb Moser und sprach von einer "intensiven Störung", die die Tiere aber nicht verletze.

Sein Kollege Gerd Kaufmann habe sich im Winter mehrmals die Nächte auf dem Spielplatz und anderen Orten in der Innenstadt um die Ohren geschlagen und die anfliegenden Vögel mit dem Laserpointer verscheucht. Nun dürften jene in Puntigam zum Zentralfriedhof "umgezogen" sein. Der Friedhofsverwalter habe Moser angerufen und um Hilfe gebeten. "Uns sind aber gerade am Friedhof die Hände gebunden, wenn es ums Abschießen geht: Zum einen ist auf einem Friedhof jegliche Jagd verboten, zum anderen ist es Siedlungsgebiet", so Moser. Deswegen müssen Gesetze eingehalten werden, Krähen dürfen nicht gefüttert werden.

Bestand soll reduziert werden

Die Jägerschaft hofft, dass die Vögel mit den Laserpointern auf das Land getrieben werden. Außerdem sprach sich Moser für eine stärkere Reduzierung des Bestands aus: "Ich will sie nicht ausrotten, es sind ja hoch intelligente Tiere, aber man muss Maß und Ziel finden. Derzeit ist das nicht der Fall." In der Landwirtschaft verursachen die Tiere Schäden etwa am Mais: "Es gibt Fälle, wo sie Lämmchen die Augen ausgepickt haben", wusste der Bezirksjägermeister im APA-Gespräch zu berichten.

Wenig Freude mit den neuen Methoden hat offensichtlich Andrea Rath vom Steirischen Jagdschutzverein, dessen Zweigstellenobmann für die Stadt Graz Kaufmann ist: "Was er da macht, muss er verantworten. Das ist seine Angelegenheit", sagte Rath. Sie habe am Dienstag bereits mehrere aufgeregte Anrufe bekommen, die das "Florianiprinzip" dahinter kritisierten. Werden die Krähen nämlich in Graz von einem Ort verscheucht, lassen sie sich zwangsläufig wo anders nieder.

Rath ergänzte Dienstagnachmittag ihre Stellungnahme und wies darauf hin, dass sie noch keine Kenntnisse über die Laserpointer-Methode habe. Daher wolle sie auch noch keine Wertung dazu abgeben: "In den nächsten Tagen und Wochen will ich mir das erst einmal ansehen."  (APA, 22.7.2014)

  • Die Krähen sollen in Graz weniger werden.
    foto: dpa/zentralbild/patrick pleul

    Die Krähen sollen in Graz weniger werden.

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