Facebook: Betrüger nutzen Identitäten von MH-17-Opfern

22. Juli 2014, 11:07
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Neue Facebook-Seiten mit Namen und Bilder der Opfer aufgesetzt, außerdem Kreditkartenbetrug

Nur wenige Tage nach dem Absturz der malaysischen MH-17 nutzen Cyberkriminelle die Tragödie bereits für betrügerische Zwecke. Wie die australische Canberra Times berichtet, wurden in den vergangenen Tagen Facebook-Seiten mit den Identitäten von sechs MH-17-Passagieren  erstellt, darunter auch dreier australischer Kinder.

Click-Bait

Auf den Facebook-Seiten werden Websites verlinkt, die "mehr Informationen zum Crash“ bieten soll. Wer darauf klickt, wird allerdings von Pop-Ups überrollt. Internetbetrüger erwirtschaften dann Geld mit den getätigten Klicks. Facebook hat die Seiten nach Medienberichten bereits entfernt, allerdings sind sogenannte "Scammer“ mit einer Hydra zu vergleichen: Wird ein Kopf abgeschlagen, wächst der nächste schon nach.

"Unvermeidlich"

"Cyberkriminelle sind mittlerweile unglaublich schnell“, so Alastair MacGibbon vom Canberra Centre for Internet Safety. Außerdem seien sie "unvermeidlich“, ergänzt Raj Samani vom IT-Sicherheitskonzern McAfee gegenüber der Washington Post. Die Vergangenheit bietet dafür viele Beispiele: Auch beim Verschwinden der MH-370 versuchten zahlreiche Betrüger, Profit aus den Vorkommnissen zu schlagen. Sie verbreiteten etwa Malware in E-Mails, die mit dem Betreff "MH 370 wurde gefunden“ anlockten.

Kreditkartenbetrug

Die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine werden auch abseits des Netzes von Betrügern genutzt: So soll laut Mashable abgestürztes Gepäck nach Kreditkarten durchwühlt werden, mit denen dann teuer eingekauft wird. Das wollen Banken jedoch unterbinden: Sie werden keine Beträge auszahlen, die mit Karten der Opfer bezahlt wurden. (fsc, derStandard.at, 22.7.2014)

  • Die FB-Seiten wurde mittlerweile entfernt
    foto: screenshot/fb

    Die FB-Seiten wurde mittlerweile entfernt

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