Kein zusätzliches Geld für tägliche Bewegung in der Schule 

22. Juli 2014, 11:29
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Die "tägliche Bewegungseinheit" soll ohne zusätzliches Personal und Zusatzbudget auskommen

Wien - Für die "tägliche Bewegungseinheit", die laut Regierungsprogramm bis 2018 schrittweise an Schulen eingeführt werden soll, werden aus heutiger Sicht weder zusätzliche Lehrer bzw. Unterrichts-Wochenstunden noch neue Sportanlagen notwendig sein. Das hat Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ festgehalten.

Im Gefolge der österreichischen Schlappe bei den Olympischen Sommerspielen 2012 hatte die Regierung Initiativen für mehr Bewegung an Schulen angekündigt: Aus der damals diskutierten "täglichen Turnstunde", für die rund 150.000 Menschen unterschrieben, wurde mittlerweile die auch im aktuellen Regierungsprogramm verankerte "tägliche Bewegungseinheit". Ein im Frühjahr 2013 erlassener Stufenplan sieht etwa vor, dass an ganztägigen Schulformen sowie im Rahmen der Schulautonomie bis zu fünf Bewegungseinheiten pro Schulwoche stattfinden sollen.

Kooperation mit Vereinen

Das könne allerdings, wie die Ministerin in der Anfragebeantwortung schreibt, nicht nur im Unterricht, sondern auch in der Pause, bei Schwerpunktangeboten oder im Freizeitteil geschehen. An den Volksschulen soll der Schwerpunkt dabei auf der Kooperation mit Sportvereinen liegen, an ganztägig geführten Schulen sollen Freizeitpädagogen mit Sportschwerpunkt bevorzugt werden.

Heinisch-Hosek pocht auch darauf, bei der Umsetzung der Unterrichtsinhalte die räumlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen: "Es darf nicht davon ausgegangen werden, dass alle Inhalte etwa eines Turnsaals oder einer Sporthalle bedürfen." Auch ein Schulhof oder die schulnahe Umgebung (Wald, Wiese, Park, Spielplatz etc.) sollten für Raumerfahrungen und Bewegung genutzt werden. (APA, 22.7.2014)

  • "Es darf nicht davon ausgegangen werden, dass alle Inhalte etwa eines Turnsaals oder einer Sporthalle bedürfen", schreibt Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek in einer Anfragebeantwortung.
    foto: apa/scheriau

    "Es darf nicht davon ausgegangen werden, dass alle Inhalte etwa eines Turnsaals oder einer Sporthalle bedürfen", schreibt Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek in einer Anfragebeantwortung.

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