Mutmaßlicher Helfer von Boston-Attentäter schuldiggesprochen

21. Juli 2014, 22:38
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Azamat Tazhayakov soll Beweismaterial beiseitegeschafft haben

Boston - Azamat Tazhayakov, der den Attentätern vom Boston-Marathon geholfen haben soll, ist im US-Bundesstaat Massachusetts wegen Behinderung der Justiz schuldiggesprochen worden. Die Geschworenen eines Bundesgerichts in Boston sahen es am Montag als erwiesen an, dass Tazhayakov nach dem Anschlag der Brüder Tamerlan und Dzhokhar Tsarnaev Beweismaterial beiseiteschaffte.

Das Strafmaß soll Mitte Oktober verkündet werden. Tazhayakov drohen bis zu 20 Jahre Haft und die Ausweisung nach Kasachstan.

Der vor zwei Wochen begonnene Prozess gegen den 20-Jährigen ist der erste Fall im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Bostoner Marathon vom 15. April 2013, der vor einem US-Gericht verhandelt wurde. Bei dem Angriff explodierten zwei Sprengsätze kurz nacheinander im Zielbereich des Rennens. Drei Menschen starben und rund 260 weitere wurden verletzt. Auf ihrer Flucht erschossen die Tsarnaev-Brüder zudem einen Polizisten. Während Tamerlan bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ums Leben kam, wurde Dzhokhar wenige Tage nach dem Attentat festgenommen.

Beweismaterial beiseitegeschafft

Nach Ansicht der Geschworenen ließ der junge Kasache zusammen mit zwei weiteren Freunden einen Rucksack mit Feuerwerkskörpern und Schwarzpulverrückständen aus Dzhokhars Studentenwohnheimzimmer verschwinden. Die in einer Mülltonne entsorgten Beweise wurden erst zwei Tage später von der Polizei entdeckt.

Von dem Vorwurf, auch den Laptop des Boston-Bombers beiseitegeschafft zu haben, wurde Tazhayakov freigesprochen. Er nahm den Schuldspruch ohne Gemütsregung hin, seine Mutter dagegen brach auf der Besuchertribüne in Tränen aus. Sein Verteidiger Matthew Myers kündigte an, gegen das Urteil vorzugehen. Da der Anschlag Boston noch immer sehr bewege, sei es "sehr schwierig", "objektive Geschworene" zu finden. Dzhokhar Tsarnaev soll ab November vor Gericht stehen. Laut US-Justizminister Eric Holder wird die Anklage für ihn die Todesstrafe fordern. (APA, 21.7.2014)

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