Das radelnde Gehirn fährt eine Etappe mehr

21. Juli 2014, 20:02
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Eisel erledigt seine zehnte Tour de France, er spielt dabei in seinem Sky-Team die Rolle des helfenden Einteilers - nun stehen die Pyrenäen an

Carcassonne - Näher an der Spitze als im Finish der 15. Etappe war Bernhard Eisel bei der 101. Tour de France noch nie - Rang zwölf im Massensprint. In Wahrheit hatten dem 33-jährigen Steirer am Sonntag aber weit mehr als die paar Meter gefehlt, die schließlich zwischen ihm und dem norwegischen Tagessieger Alexander Kristoff lagen.

Wohl seien die Beine gute gewesen, aber es gebreche ihm ein bisschen an der Ellbogentechnik, "weil mein letzter eigener Sprint bei der Tour schon weit zurückliegt", sagte Eisel am zweiten Ruhetag in Carcassonne.

Vor sieben Jahren war er zuletzt auf persönliche Erfolge programmiert gewesen. Zuletzt wirkte Eisel in seinen Teams dank seiner Routine stets als helfender Einteiler. Heuer, bei seiner zehnten Tour, etwas unglücklich, da der Mannschaft Sky die Hoffnungsträger abhandengekommen sind. Ziel für die letzte Woche ist ein Etappensieg - eines anderen.

Immerhin, Eisel wird auch seine zehnte Tour einer Erledigung zuführen. Am Sonntag in Paris wird er rein zeitlich eine Etappe mehr als der Sieger absolviert haben, "aber es ist ein ganz besonderes Gefühl, wenn man auf die Champs-Élysées einbiegt".

Es geht in die Pyrenäen

Am Dienstag aber wartet erst einmal Teilstück Nummer 16 von Carcassonne nach Bagnères-de-Luchon, mit anderen Worten: es geht in die Pyrenäen. Der erste der drei Tage in den Bergen ist der am wenigsten schwierige, doch der Parcours hat es trotzdem durchaus in sich. 

Mit 237,5 km ist er der längste der diesjährigen Tour, die ersten 130 davon verlaufen noch recht eben in Richtung Osten, danach geht es jedoch den recht giftigen Anstieg zum Col de Portet-d'Aspet (1069 m/2. Kategorie) hinauf.

Hauptschwierigkeit ist der Port de Balès (1753 m), ein 11,7 km langer Anstieg der höchsten Kategorie mit bis zu 10,2 Prozent Steigung. Von der Passhöhe sind es nur noch 21,5 km ins Ziel nach Bagnères-de-Luchon - einem guten Abfahrer könnten 30 Sekunden Vorsprung zum Sieg reichen. (red - DER STANDARD, 22. 7. 2014)

Stand in der Gesamtwertung: 

1. Vincenzo Nibali (ITA) Astana 66:49:37 Std. - 2. Alejandro Valverde (ESP) Movistar +4:37 Min. - 3. Romain Bardet (FRA) AG2R +4:50 - 4. Thibaut Pinot (FRA) FDJ 5:06 - 5. Tejay van Garderen (USA) BMC 5:49 - 6. Jean-Christophe Peraud (FRA) AG2R 6:08 - 7. Bauke Mollema (NED) Belkin 8:33 - 8. Leopold König (CZE) NetApp 9:32 - 9. Laurens ten Dam (NED) Belkin 10:01 - 10. Pierre Rolland (FRA) Europcar 10:48. Weiter: 143. Eisel +3:06:19 Std.

  • Dass Bernhard Eisel (rechts) Vincenzo Nibali auf den Fersen wäre, kann man nicht behaupten.
    foto: ap/ena

    Dass Bernhard Eisel (rechts) Vincenzo Nibali auf den Fersen wäre, kann man nicht behaupten.

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