UNICEF-Mädchengipfel gegen Kinderehe und Genitalverstümmelung

22. Juli 2014, 08:00
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130 bzw. 700 Millionen Betroffene - Besorgniserregende Prognosen - Verstärktes Handeln gefordert

London/Wien - In London fand am Montag der erste Mädchengipfel "Girl Summit 2014" statt. Veranstaltet wird das Gipfeltreffen von der britischen Regierung und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF). Im Zentrum des Treffens stehen der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und Kinderehen, gab die UNICEF in einer Aussendung bekannt.

"Mädchen sind kein Besitz; sie haben das Recht, ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Wenn sie das tun, profitieren alle", betonte UNICEF-Direktor Anthony Lake im Vorfeld des Events. Laut dem Kinderhilfswerk sind die Zahlen von FGM und Kinderehen in den vergangenen drei Jahrzehnten leicht zurückgegangen.

Sozialer Druck

Genitalverstümmelungen finden um ein Drittel weniger häufig statt als vor 30 Jahren, was vor allem einer Kombination aus Aktivismus auf Gemeindeebene und Gesetzgebung zu verdanken sei. 130 Millionen Mädchen und Frauen, aus 29 Ländern in Afrika und dem Mittleren Osten, sind demnach Opfer von FGM. In den betroffenen Staaten spricht sich, laut UNICEF, allerdings der Großteil der Bevölkerung mittlerweile dagegen aus. Der "starke soziale Druck" führe jedoch zu "einer Fortsetzung der grausamen Prozedur". Von Kinderehen sind demnach weltweit 700 Millionen Frauen betroffen, die Hälfte davon in Südasien. Jeder dritte Fall entfällt laut Aussendung auf Indien.

Bei gleichbleibenden Rückgangsraten würden sich allerdings die Zahlen von Kinderehen aufgrund des Bevölkerungswachstums bis 2050 unverändert bleiben und jene von Genitalverstümmelungen sogar um 63 Millionen erhöhen, warnt die UNICEF. Um diesen Anstieg auszugleichen, müssten raschere Fortschritte erzielt werden.

"Diese Zahlen repräsentieren reale Menschenleben", betonte Lake, er unterstrich zudem, dass diese globalen Probleme lokal gelöst werden müssen: "Wir dürfen nicht zulassen, dass die niederschmetternden Zahlen uns betäuben - sie müssen uns zum Handeln zwingen." (APA, 22.7.2014)

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