Kinderpsychiatrie: Laut Ärztekammer weiterhin Unterversorgung

21. Juli 2014, 12:37
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Trotz gradueller Verbesserungen in den letzten Jahren gibt es immer noch viel zu wenig stationäre Betten und Kassenärzte, heißt es von der Ärztekammer 

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) diagnostiziert immer noch eine Unterversorgung im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Anzahl der Fachärzte mit Kassen- vertrag müsse aufgestockt werden, zudem gebe es zu wenig Betten für die stationäre kinderpsychiatrische Versorgung, heißt es seitens der ÖAK.

Begrüßt hat die Standesvertretung den vor kurzem beschlossenen Ausbau der Rehabilitation für schwerkranke Kinder und die entsprechende Einigung von Sozial- versicherung und Ländern. "Der niederschwellige Zugang und die Errichtung von auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmten Reha-Zentren sind ein großer Schritt nach vorne", sagt ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger. Die "jahrzehntelange Unterversorgung" dürfte damit der Vergangenheit angehören. Es sei gut, dass damit jedes Kind Anspruch auf Rehabilitation habe. Das Vorhaben, 343 zusätzliche Betten zu errichten, sei aus ärztlicher Sicht schon lange überfällig.

Zu wenig Kassenärzte

Die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung führe hingegen nach wie vor ein Schattendasein, kritisiert Charlotte Hartl, Obfrau der Fachgruppe Kinder- und Jugendpsychiatrie in der ÖÄK - trotz gradueller Verbesserungen. Mittlerweile gibt es bundesweit 13 Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit einer Kassenordination, in Niederösterreich wurde eine sechste Stelle ausgeschrieben. In Wien werden heuer weitere sechs Kassenärzte ihre Versorgungsarbeit aufnehmen.

"Leider gibt es in Salzburg, der Steiermark und dem Burgenland aber noch keine einzige Kassenplanstelle", beklagt Hartl. Die Unterversorgung betreffe aber nicht nur den kassenärztlichen Bereich, auch die Spitäler seien betroffen. Für die stationäre kinderpsychiatrische Betreuung gebe es derzeit nur 377 Betten, benötigt würden nach internationalen Standards jedoch doppelt so viele.

Zusätzlich kämpfe das noch junge Fach mit Ausbildungsproblemen, die in der Folge in einem Fachärztemangel gemündet haben. "Pro Jahr schließen nur zehn Ärzte ihre fachärztliche Ausbildung ab, die Mangelfachregelung hat diesbezüglich leider keine nennenswerte Verbesserung bewirkt", sagte Hartl. So könne eine flächendeckende Versorgung nicht erreicht werden. (APA, derStandard.at, 21.7.2014)

  • Für die stationäre kinderpsychiatrische Betreuung gibt es derzeit 377 Betten, benötigt würden nach internationalen Standards jedoch doppelt so viele, so die Ärztekammer.
    foto: newald

    Für die stationäre kinderpsychiatrische Betreuung gibt es derzeit 377 Betten, benötigt würden nach internationalen Standards jedoch doppelt so viele, so die Ärztekammer.

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