Am Montag drohen Zugverspätungen

20. Juli 2014, 11:36
14 Postings

Gewerkschaft verschärft damit Gangart in KV-Streit mit Arbeitgebern

Wien/Salzburg - Am Montag ab 11.00 Uhr, drohen Zugverspätungen. In Salzburg kommt es zu ein- bis eineinhalbstündigen Betriebsversammlungen bei Eisenbahnunternehmen. Betriebsstörungen könnten über das Bundesland hinausstrahlen, obwohl die ÖBB und auch die mehrheitlich private Westbahn auf APA-Anfrage am Wochenende beruhigten und keine Verzögerung erwarteten, auch wenn man diese nicht ausschließen könne.

Die Betriebsversammlungen, organisiert von der Gewerkschaft vida, sind eine erste Eskalationsstufe in den stockende Gehalts- und Kollektivvertragsverhandlungen im Eisenbahnsektor, in dem es in Österreich insgesamt 40 Unternehmen mit Sitz an Ort und Stelle gibt. Gespräche waren am Freitag neuerlich abgebrochen worden.

Verständnis

In einem Flugblatt, dass auch die ÖBB auf einer Präsenz in einem Sozialen Netzwerk hochgeladen haben, ersucht die Gewerkschaft Bahnfahrer um ihr Verständnis, falls es zu Verspätungen bzw. Zugausfällen kommen sollte: "Anlass für die Versammlungen ist die Weigerung der Wirtschaftskammer Österreich im Rahmen der jährlichen Lohnverhandlungen trotz voller Auftragsbücher den Beschäftigen die Teuerung und den ihnen zustehenden Anteil an den Unternehmenserfolgen entsprechend abzugelten."

"Der Fachverband Schienenbahnen und die Sozialpartnerschaft können die Gehälter in der Branche erhöhen, nicht aber die österreichische Steuerquote senken", lautet hingegen die Diktion der Arbeitgebervertreter. Die Forderungen der Arbeitnehmer seien schlicht weg überhöht.

Von den ÖBB hieß es auf APA-Anfrage, man könne Verspätungen "nicht zu 100 Prozent ausschließen", rechne nach aktuellem Stand aber nicht mit Störungen wegen der Betriebsversammlungen der Gewerkschaft. Zudem treffe man Vorkehrungen. Konkret aber werde man erst am Montag Bescheid wissen, ob bzw. in welchem Ausmaß es möglicherweise zu Störungen des Betriebs kommen werde. Ähnlich eine Westbahn-Sprecherin: "Aufgrund der uns vorliegenden Informationen und Vorkehrungen erwarten wir keine Auswirkungen."

Die Arbeitgeber meinen, sie seien der Personalvertretung schon weit entgegengekommen. Unterm Strich sei eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,2 bis 2,8 Prozent angeboten worden. Die Arbeitnehmer hätten aber eine Spanne von 2,6 bis über 5 Prozent gefordert. Das sehen die Arbeitnehmer anders: Die angebotenen 2,8 Prozent Gehaltserhöhung bekämen gerade einmal eine Handvoll Mitarbeiter. Für die überwiegende Masse hätte es ein Lohnplus von 1,8 Prozent gegeben, so die Kritik.

Der Salzburger Hauptbahnhof ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt im Eisenbahnverkehr. (APA, 20.7.2014)

Share if you care.