Bus-Tragödie bei Dresden: Zahl der Toten auf elf gestiegen

21. Juli 2014, 19:38
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Keiner der Insassen des Kleinbusses überlebte Unfall - Kein Haftbefehl gegen Busfahrer wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung

Dresden/Warschau - Die Zahl der Toten des schweren Busunglücks auf der Autobahn 4 in Dresden ist auf elf gestiegen. Auch der letzte Insasse des Kleinbusses sei gestorben, sagte Lorenz Haase von der Dresdner Staatsanwaltschaft am Montag.

Acht der Todesopfer – drei Frauen und fünf Männer zwischen 32 und 75 Jahren – sind polnische Staatsbürger, die drei anderen noch nicht identifiziert. Ein Reisebus war in der Nacht auf Samstag zunächst auf einen anderen Reisebus aufgefahren und dann auf der Gegenfahrbahn gegen den Kleinbus gerast.

Nach einem der schwersten Busunglücke in Deutschland seit Jahren bleibt der Fahrer des Unglücksbusses zunächst in Freiheit. Das Amtsgericht Dresden lehnte am Sonntag den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Erlass eines Haftbefehls ab, erklärte ein Staatsanwaltschaftssprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Der Haftgrund Fluchtgefahr wurde vom Gericht nicht anerkannt. "Wir hatten es so gesehen, dass er sich aufgrund der hohen Starterwartung einem Gerichtsverfahren in Deutschland nicht stellen würde", sagte Haase. Der 44-Jährige werde der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung verdächtigt. Es gebe Hinweise darauf, dass er übermüdet am Steuer saß.

Mittlerweile wurde bekannt, dass die Firma des polnischen Unglücksbusses Behördenangaben zufolge bereits mehrfach gegen Arbeitszeit- und Pausenregeln verstoßen habe. Zwischen Juli 2013 und Februar 2014 seien die Arbeitsbedingungen in drei Tochterfirmen des Unternehmens kontrolliert worden, sagte Lukasz Smierciak von der zuständigen Aufsichtsbehörde in Oppeln (Opole) am Montag. (APA, 21.7.2014)

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