Mehr als 100 Tote durch Taifun auf den Philippinen und China

20. Juli 2014, 09:53
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Hunderttausende Haushalte wegen Taifun "Rammasun" ohne Strom 

Manila - Durch den Taifun "Rammasun" sind auf den Philippinen und in China mehr als 100 Menschen gestorben. Nach Angaben der philippinischen Behörden stieg die Zahl der Toten im Land am Sonntag auf 94, mindestens sechs Menschen würden noch vermisst. In Südchina kamen durch den schwersten Sturm seit Jahrzehnten mindestens 17 Menschen ums Leben.

Die meisten Menschen auf den Philippinen wurden durch herabfallende Äste oder Trümmer erschlagen. Vermisst wurden hauptsächlich Menschen, die trotz Warnungen aufs Meer herausgefahren waren.

Neuer Taifun im Anmarsch

Mehr als 110.000 Häuser wurden zerstört. Rund 400.000 Haushalte waren am Sonntag nach Angaben der Energieversorger noch immer ohne Strom. "Rammasun" (Donnergott) hatte die Philippinen vor einigen Tagen erreicht und war später weiter in Richtung Südchina gezogen. Ein neuer Sturm, der Taifun "Matmo", kündigte sich unterdessen bereits mit schweren Regenfällen an. Es wurde erwartet, dass er am Dienstag die Hauptinsel Luzon erreichen wird.

Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete am Sonntag, "Rammasun", der mit Windgeschwindigkeiten von teilweise mehr als 200 Stundenkilometern aufs Land traf, habe in der Provinz Hainan acht Tote hinterlassen. Anschließend sei der Wirbelsturm weiter über die Provinzen Guangdong und Guangxi gezogen, wo neun Menschen ums Leben kamen.

Schwerster Sturm seit 1973

Laut dem chinesischen Wetterdienst war es der schwerste Sturm im Süden Chinas seit 1973. Am Samstag wurde die höchste Warnstufe rot ausgerufen. Mehr als 70.000 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Das Fernsehen zeigte von Trümmern übersäte Straßen und entwurzelte Bäume. Dutzende Flüge und Züge wurden annulliert. In der südwestlichen Provinz Yunnan standen nach Starkregen zahlreiche Straßen unter Wasser.

Wie Xinhua weiter meldete, wurde der Sturm am Sonntag herabgestuft. Er flaute demnach ab und gefährdete weniger Ortschaften. Der chinesische Wetterdienst warnte allerdings, dass Ausläufer von "Rammasun" Teile von Nordchina in den kommenden Tagen treffen könnten.

Die Philippinen werden jährlich von rund 20 schweren Stürmen heimgesucht, viele davon richten schwere Schäden an. Im vergangenen November war der Taifun "Haiyan" über den Inselstaat hinweggefegt und hatte schwere Verwüstungen angerichtet. Rund 7.300 Menschen starben. Es war eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Philippinen. (APA, 20.7.2014)

  • Mehr als 110.000 Häuser wurden zerstört.
    foto: reuters/china stringer network

    Mehr als 110.000 Häuser wurden zerstört.

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