Polizist in San Francisco wird zum Internet-Star und Touristen-Attraktion

19. Juli 2014, 15:38
72 Postings

Umschwärmter Chris Kohrs will Polizist bleiben und nichts von Modelkarriere wissen

Er wurde als "Hot Cop of Castro" verehrt, ohne selbst davon zu wissen: Chris Kohrs, Polizeibeamter in San Francisco, hatte nicht einmal ein eigenes Facebook-Profil. Dass sich Fotos von dem schönen Cop in Uniform rasend schnell im Netz verbreiteten, fand der 36-Jährige erst durch Freunde heraus.

46.000 Likes

Die Facebook-Fanseite "Officer Chris Kohrs, aka Hot Cop Of Castro" zeigte diese Woche über 46.000 "Gefällt mir"-Klicks an, es gibt sie erst seit Ende Juni. Kohrs wird mit Interviewanfragen überrollt. Touristen sprechen den muskulösen Cop mit kurz geschorenen Haaren und nettem Grinsen auf der Straße an. "Ein Foto bitte!" Oder frecher: "Von dir würde ich mich gerne festnehmen lassen." Kohrs nimmt den plötzlichen Ruhm gelassen hin. "Es schmeichelt mir sehr und es ist total unterhaltsam", sagt der Ordnungshüter.

Foto machte ihn berühmt

Schuld an allem war ein Foto von Kohrs auf seiner Polizei-Harley, das der Autor Mark Abramson im Castro District, dem Schwulenviertel von San Francisco, im Mai schoss. "Ich sah ihn auf dem Motorrad und fragte, ob ich ihn knipsen dürfte. Er war unglaublich nett", erzählt Abramson. Und so attraktiv, dass sich das Foto in den Castro-Blogs viral verbreitete. Auch Nathan Tatterson fand Gefallen, im Handumdrehen richtete er auf Facebook eine Fanseite ein. "Wir kannten seinen Namen nicht, also tauften wir ihn 'Hot Cop of Castro'", grinst der Softwarespezialist. "Wie verrückt" wurde die Seite angeklickt, in nur drei Wochen waren es über 40.000 "Likes".

Facebook-Fotos

Der Hype um den sexy Cop ist längst über das Castro-Viertel hinausgewachen. Vor allem, als Kohrs die brennende Frage klärte: Er ist Single und heterosexuell. Frauen wie Männer umschwirren Kohrs, der bei all dem Wirbel ein bisschen scheu, aber immer freundlich wirkt. Auch ohne Uniform wird er schon auf der Straße erkannt. Facebook-Fotos zeigen ihn, wie er mit einem Kind spielt, einen Hund streichelt, oder auf der Schwulenparade mit Fremden posiert.

Polizisten “ganz normale Menschen“

Die Aufmerksamkeit ist Nebensache, meint Kohrs. "Ich will den Leuten zeigen, dass Polizisten ganz normale Menschen sind, auf die man zugehen und mit denen man reden kann". Von Model-Angeboten will er allerdings nichts hören. "Ich bin von ganzem Herzen ein Cop und kein Model", betont Kohrs. "Das überlasse ich den George Clooneys und Brad Pitts." Auch wenn Fans ihm eine Ähnlichkeit mit Hollywood-Star Channing Tatum bescheinigen.

Keine süßen Donuts

Kohrs kennt noch nicht einmal seine genauen Maße. "Knapp unter sechs Fuß", gibt er als Größe an. Aber gewogen habe er sich schon länger nicht mehr. Er halte sich durch Sport fit und von süßen Donuts - dem Leibgericht vieler Polizisten - fern. Flirten und sich fotografieren lassen - das geht nur in Pausen oder nach Dienstschluss. Der frühere Labortechniker, der vor sechs Jahren zur Polizei wechselte, nimmt seinen Job - "von Notrufen wegen bellenden Hunden bis zu Schießereien" - ernst. Natürlich hat der "Hot Cop" auch von dem vorbestraften Kalifornier Jeremy Meeks gehört, der mit seinem "sexy Verbrecherfoto" und einer Facebook-Fanseite weltweit Schlagzeilen machte. Dem Frauenschwarm hinter Gitter rät Kohrs: "Ich hoffe, dass er sich von Ärger fernhält, wenn er wieder auf freien Fuß kommt."

“Krieg bloß keinen Ärger“

"Krieg bloß keinen Ärger", habe ihn sein Vater gewarnt, als der von dem plötzlichen "Hot Cop"-Wirbel erfuhr, erzählt Kohrs. Bestimmt wird es noch mehr Fanpost und Facebook-Likes geben, vielleicht auch aus Deutschland. Er sei auf seinen deutschen Namen stolz, meint Kohrs. Die Großeltern väterlicherseits seien aus Deutschland in die USA eingewandert. (APA/red, derStandard.at, 19.07.2014)

  • Chris Kohrs.
    foto: steven kyle weller

    Chris Kohrs.

Share if you care.