NSA-Affäre beflügelt den Absatz von Schreibmaschinen

19. Juli 2014, 13:25
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Deutsche Hersteller verzeichnen steigende Nachfrage

Im Zuge der NSA-Affäre ist laut einem Medienbericht die Nachfrage nach Schreibmaschinen in Deutschland deutlich gestiegen. Der Hersteller Triumph-Adler habe im vergangenen Geschäftsjahr 10.000 Maschinen verkauft, ein Drittel mehr als im Jahr zuvor, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Samstag im Voraus.

Verdoppelung der Verkaufszahlen

Olympia erwartet demnach für dieses Jahr gar eine Verdoppelung der Verkaufszahlen: "Wir werden 2014 sicher 10.000 Stück überspringen", sagte Einkaufsleiter Andreas Fostiropoulis dem Wirtschaftsmagazin. So viele Geräte habe das Unternehmen seit 20 Jahren nicht mehr verkauft.

Japanische Konkurrenz ausgestiegen

Der Anstieg der Verkaufszahlen bei den beiden Herstellern ist allerdings nicht vollständig der Spähaffäre um den US-Geheimdienst NSA zu verdanken: Grund sei auch der Ausstieg des japanischen Konkurrenten Brother aus dem Schreibmaschinen-Geschäft, sagte der Olympia-Einkaufsleiter dem Blatt. "Dadurch ist unser Stück vom Kuchen größer geworden."

KGB auch mit dabei

Nach Angaben von Fostiropoulis wollte auch der russische Geheimdienst FSB nach den Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstlers Edward Snowden über massenhafte Datensammlungen der NSA bei Olympia 20 Schreibmaschinen bestellen. Der Auftrag sei allerdings nicht zustande gekommen. Womöglich habe sich der KGB-Nachfolger für ein als "abhörsicher" beworbenes Modell des Konkurrenten Triumph entschieden. Auch manche Unternehmen, wie der Nürnberger Technologiekonzern Diehl, schreiben laut "Wirtschaftswoche" aus Angst vor Spionage sensible Angebote inzwischen wieder auf der Schreibmaschine.

Krypto-Handys, Verschlüsselung und Schreibmaschinen

Die Affäre um massenhaftes Abgreifen der Kommunikationsdaten auch unbescholtener Bürger beunruhigt seit Monaten die Öffentlichkeit. Zuletzt hatten auch zwei mutmaßliche Spionagefälle im Auftrag der USA hierzulande für Aufregung gesorgt. Der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags, der Berichten zufolge Opfer eines Spions wurde, verschärfte daraufhin seine Schutzmaßnahmen. Neben dem Verschlüsseln von E-Mails und der Nutzung von Krypto-Handys erwägen die Mitglieder auch den Rückgriff auf Schreibmaschinen. (APA, 19.07.2014)

  • Nicht mehr nur etwas für Hipster.
    foto: visions-ad

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