Deutschland nahm bisher 168 afghanische Ortskräfte auf 

19. Juli 2014, 09:23
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Grüne kritisieren Umgang mit den Geflüchteten 

Berlin - Im Zuge der Aufnahme afghanischer Ortskräfte ("Local workers") sind inzwischen 168 Betroffene mit 377 Angehörigen nach Deutschland eingereist. Insgesamt hätten 937 Ortskräfte einen Antrag auf Aufnahme gestellt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums den "Stuttgarter Nachrichten". Bisher seien 908 Anträge bearbeitet und 313 davon bewilligt worden.

In Afghanistan arbeiten zahlreiche sogenannte Ortskräfte für die Bundeswehr und andere deutsche Stellen - zum Beispiel als Dolmetscher. Viele von ihnen haben Angst, von den Taliban als Kollaborateure bestraft zu werden. Deshalb bemühen sie sich darum, das Land zu verlassen und in Deutschland Sicherheit zu finden. Menschenrechtsorganisationen fordern eine großzügigere und unbürokratische Aufnahme dieser Ortskräfte in Deutschland, ohne deren Mitwirkung der Einsatz der Bundeswehr bei weitem nicht so klaglos abgelaufen wäre.

Der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour kritisierte das undurchsichtige Verfahren und den Umgang mit den Aufgenommenen. Wenn die Ortskräfte erst einmal in Deutschland angekommen seien, lasse man sie völlig allein, sagte er der Zeitung. "Sie bekommen keine Hilfe, niemand kümmert sich um sie. Sie sitzen teilweise in Kellerlöchern und wissen überhaupt nicht mehr, warum sie eigentlich hergekommen sind, weil ihre Tristesse so immens ist." (APA, 19.7.2014)

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