Beobachtungsstelle: Jihadisten töteten in Syrien 270 Menschen 

19. Juli 2014, 20:04
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Opfer überwiegend regierungstreue Milizionäre oder zivile Sicherheitskräfte - Zwei Steinigungen

Damaskus/Beirut - Um das von der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) eroberte syrische Gasfeld Shaar sind schwere Kämpfe ausgebrochen. Spezialkräfte der Armee hätten Teile des Geländes im Osten der Stadt Homs wieder eingenommen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag. Dabei seien mindestens 51 Soldaten und 40 sogenannter Jihadisten getötet worden.

Bis zu diesem Vorfall sind nach jüngsten Angaben von Menschenrechtsaktivisten etwa 270 Menschen beim Kampf um das Gasfeld getötet worden. Die neue Zahl teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mit. Zuvor war die Zahl der Toten nach dem Angriff am Donnerstag auf das Shaar-Gasfeld mit 115 angegeben worden.

Die Menschen seien "im Gefecht getötet oder hingerichtet" worden. Bei den Opfern handle es sich überwiegend um regierungstreue Milizionäre und zivile Sicherheitskräfte, aber auch um Mitarbeiter der Gasförderanlagen.

Steinigung im Norden des Landes

Im Norden Syriens haben militante Jihadisten das zweite Mal binnen 24 Stunden eine Frau zu Tode gesteinigt. Die Frau sei Freitagabend unter dem Vorwurf des Ehebruchs von Kämpfern der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) auf einem Platz der von ihnen kontrollierten Stadt Rakka getötet worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag unter Berufung auf Augenzeugen.

Da die Einwohner sich geweigert hätten, die Steinigung zu vollziehen, hätten die IS-Kämpfer dies selbst getan. Nach Angaben der Beobachtungsstelle hatten IS-Kämpfer bereits am Donnerstagabend eine 26-jährige Witwe auf einem Platz der Stadt Tabka bei Rakka gesteinigt, nachdem sie ein religiöses Gericht der Jihadisten wegen Ehebruchs verurteilt hatte. Die Beobachtungsstelle zitierte einen Aktivisten, wonach die Bewohner "entsetzt" über die grausamen Methoden gewesen seien, aber nicht dagegen einzuschreiten gewagt hätten. Demnach war es die erste Steinigung der Jihadistengruppe, die Rakka sowie weite Gebiete im Osten Syriens kontrolliert.

Mindestens neun Tote bei Anschlag auf syrischen Rebellenort

Bei der Explosion einer Autobombe sind in dem von Rebellen kontrollierten syrischen Ort Duma mindestens neun Menschen getötet worden. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren unter den Opfern auch Kinder. Aktivisten berichteten von elf Toten und Dutzenden Verletzten.

Die Bombe soll vor einem Krankenhaus explodiert sein. Internetvideos zeigen massive Schäden an mehreren Gebäuden und Autos. Duma liegt östlich der Hauptstadt Damaskus. Es ist der dritte Anschlag in dem Ort innerhalb von wenigen Wochen. Aktivsten machen für die Explosionen die Terrorgruppe Islamischer Staat verantwortlich. IS-Kämpfer und Aufständische anderer Milizen bekämpfen sich in vielen Orten Syriens gegenseitig.

Die IS-Bewegung hatte nach der Eroberung großer Gebiete im Irak und in Syrien im vergangenen Monat ein "Kalifat" ausgerufen. Zeugen und Aktivisten berichteten seither von zahlreichen grausamen Verbrechen bis hin zu Kreuzigungen, mit denen die Islamisten unter ihren Gegnern Angst und Schrecken verbreiteten.  (APA, 19.7.2014)

  • Die Kämpfe in Syrien gehen weiter.
    foto: reuters/khalil ashawi

    Die Kämpfe in Syrien gehen weiter.

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