Mindestens zehn Tote bei Busunglück in Dresden 

19. Juli 2014, 08:40
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Drei Autobusse aus Polen und der Ukraine in Unfall verwickelt - Opferzahl könnte laut Behörden noch deutlich steigen - 69 Reisende verletzt

Dresden - Nach einem Unfall mit zwei Reisebussen und einem Kleinbus auf der deutschen Autobahn A4 bei Dresden in der Nacht auf Samstag ist die Zahl der Todesopfer auf zehn gestiegen. 68 Personen wurden verletzt, davon 39 schwer. Sie kamen in Krankenhäuser in Dresden und Umgebung.

Die Zahl der Toten könnte nach Behördenangaben noch deutlich steigen. Neun der Schwerverletzten befanden sich am Samstagnachmittag noch in Lebensgefahr, sagte der Amtsleiter der Feuerwehr, Andreas Rümpel. Sieben der Todesopfer sind inzwischen identifiziert, sie stammen aus Polen. Ursprünglich hatte die Polizei mitgeteilt, alle Todesopfer seien Polen.

Nach Angaben der Polizei war kurz vor 2.00 Uhr unweit der Anschlussstelle Dresden-Neustadt ein polnischer Reisebus auf einen Bus aus der Ukraine aufgefahren. Beide Fahrzeuge befanden sich auf dem Weg Richtung Westen. Der Bus aus Polen geriet ins Schleudern, durchbrach die Mittelleitplanke und prallte im Gegenverkehr gegen einen polnischen Kleinbus, der sich offenbar auf der Heimreise befand. Sieben der Todesopfer sollen aus diesem Fahrzeug stammen, zwei aus dem polnischen Reisebus. Sie waren sofort tot oder starben noch an der Unfallstelle. Eine Person erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Großeinsatz der Rettungskräfte

Die Verletzten kamen in drei Dresdner Krankenhäuser sowie nach Meißen und Pirna, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Die Bergungs- und Aufräumarbeiten dauerten bis 13 Uhr, die A4, die von Eisenach in Thüringen bis nach Görlitz an der Grenze zu Polen führt, war stundenlang zwischen den Abfahrten Dresden Alt- und Neustadt voll gesperrt. Rund 150 Mitarbeiter von Feuerwehr und Rettungsdienst waren im Einsatz.

"Meine Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer und bei den Schwerverletzten", sagte Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU). Sie hoffe, dass die Betroffenen möglichst schnell wieder genesen und ihre Angehörigen in der Heimat umfassend über das Unglück informiert werden.

Hotline eingerichtet

Das polnische Reiseunternehmen Sindbad, für das der Reisebus unterwegs war, richtete eine Hotline für Angehörige ein. Nach der Passagierliste waren an Bord dieses Fahrzeugs 65 Reisende, die beiden Fahrer und ein Reiseleiter. Laut Unternehmens-Website handelt es sich um einen Bus vom Typ Setra 431D. Die 48 und 38 Jahre alten Busfahrer seien erfahrene Mitarbeiter, hieß es. Der Bus sei regelmäßig im Linienverkehr zwischen Polen und Deutschland unterwegs.

Die polnische Transportaufsichtsbehörde bezeichnete das polnische Busunternehmen als "gute Firma". "Die Firma wurde in den vergangenen 2,5 Jahren 99 Mal kontrolliert und es gab nur in acht Fällen kleinere Beanstandungen", sagte Behördensprecher Alvin Gajadhur am Samstag in Warschau. "Bußgelder sind eine Seltenheit." Auch der nun verunglückte Reisebus sei mehrfach kontrolliert worden, zuletzt am 8. Juli.

Das polnische Außenministerium teilte am Samstag mit, in der polnischen Botschaft in Berlin sei ein Krisenstab eingerichtet worden, der im ständigen Kontakt mit den deutschen Rettungsdiensten und den Familien der Opfer sei. Der polnische Konsul sei an der Unfallstelle, um die verunglückten Landsleute zu unterstützen. Wie bereits zuvor das Busunternehmen richtete auch das Ministerium eine Hotline für betroffene Angehörige ein.

150 Einsatzkräfte am Unfallort

Wie Sindbad mitteilte, wurden noch in der Nacht zwei Ersatzbusse zum Unfallort geschickt. Die unverletzten Reisenden könnten dann entscheiden, ob sie die Fahrt wie geplant fortsetzen oder nach Polen zurückkehren wollten. (APA/red, derStandard.at, 19.7.2014)

  • Nach dem schweren Unfall sind mindestens neun Menschen tot und vierzig verletzt. 
    foto: dpa/rico loeb/

    Nach dem schweren Unfall sind mindestens neun Menschen tot und vierzig verletzt. 

  • Drei Busse waren in den Unfall verwickelt.
    foto: ap/rico loeb

    Drei Busse waren in den Unfall verwickelt.

  • Die Bergung eines der Busse.
    foto: epa/matthias hiekel

    Die Bergung eines der Busse.

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