Der Tag, der den Mond veränderte

19. Juli 2014, 17:00
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Am 20. Juli 1969 betrat der US-Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Boden eines fremden Himmelskörpers - Die internationale Raumfahrt hat längst neue Ziele

Wien - Soll noch jemand sagen, dass dieses Ereignis nicht auch noch 45 Jahre danach seinen Niederschlag in der Populärkultur findet: Das neue Album, mit dem der englische Singer-Songwriter James Blunt gerade durch Österreich tourte, heißt Moon Landing. Und in den USA haben gerade zwei verschiedene Schuhproduzenten speziell gestaltete Moonboots und Sportschuhe auf den Markt gebracht, die an das Jubiläum der Mondlandung erinnern.

Rein wissenschaftlich betrachtet, war der damalige technologische Kraftakt der US-Amerikaner vergleichsweise ertragsarm. Er bescherte ihnen im Kalten Krieg mit der Sowjetunion aber einen wichtigen Triumph, der den Glauben an die wissenschaftlich-technische Machbarkeit freilich etwas überstrapazierte. Inspiriert vom Erfolg der Apollo-Mission rief Präsident Nixon kurz danach den "Krieg gegen Krebs" aus, der nach einer ähnlichen Kraftanstrengung zum Erfolg führen sollte, aber kläglich scheiterte - bis heute.

Bis heute halten sich indes Gerüchte, dass die Mondlandung vor 45 Jahren gar nicht wirklich stattgefunden hat. Befeuert wurden die Verschwörungstheoretiker durch die TV-Dokumentation Conspiracy Theory: Did we land on the moon?, die 2001 in den USA auf Fox lief und dann von Spiegel-TV übernommen und mehrfach im deutschen Sprachraum ausgestrahlt wurde.

Indizien für den von der US-Weltraumagentur Nasa inszenierten Betrug sahen Skeptiker vor allem in den Fotos der Mondmission. Sie beziehen sich zum Beispiel auf ein Foto von Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin, auf dem die beiden unterschiedlich lange Schatten werfen. Dabei sei im Studio mit zwei Scheinwerfern gearbeitet worden. Die Erklärung ist simpel: Die Länge der Schatten kam durch Bodenwellen zustande; bei zwei Scheinwerfern müssten beide Astronauten je zwei Schatten haben.

Ein anderes vermeintliches Fälschungsindiz: der deutliche Schuhabdruck im Sand, der dort oben doch gar nicht feucht ist. Auch in diesem Fall ist die Lösung trivial: Der Mondsand ist fein wie Kreidestaub und konserviert deshalb Abdrücke gut. Aber warum gibt es auf keinem Foto der Astronauten Sterne zu sehen? Ganz einfach: Für die Fotos von der hellen, stark reflektierenden Mondoberfläche wählten die Astronauten kurze Belichtungszeiten.

Menschliche Besuche hat der Mond jedenfalls schon lange nicht mehr erhalten, genau genommen seit dem 11. Dezember 1972. Doch das soll sich in den nächsten Jahren ändern: Die Roadmap von zwölf Raumfahrtagenturen (darunter die US-amerikanische, die europäische und die russische) sieht vor, dass es bis 2030 Langzeitbesuche auf dem Mond geben soll, die zuerst einen Monat und dann ein Jahr lang dauern sollen. Das wiederum soll auf die erste bemannte Mission zum Mars vorbereiten - der dann der nächste Himmelskörper wäre, auf den Menschen einen Fuß setzen. (tasch, DER STANDARD, 19. 7. 2014)

  • Der Schuhabdruck des Jahrhunderts, aufgenommen am 20. Juli 1969 auf dem Mond. Warum aber sind die Konturen so deutlich?
    foto: ap

    Der Schuhabdruck des Jahrhunderts, aufgenommen am 20. Juli 1969 auf dem Mond. Warum aber sind die Konturen so deutlich?

  • Skeptiker beanstanden an diesem Foto die ungleich langen Schatten von Armstrong und Aldrin. Der wahre Grund ist eine simple Bodenwelle.
    foto: ap

    Skeptiker beanstanden an diesem Foto die ungleich langen Schatten von Armstrong und Aldrin. Der wahre Grund ist eine simple Bodenwelle.

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