Vegetarische Lokale dürfen keine Lehrlinge ausbilden

Vegetarier, die eine Lehre als Koch machen möchten, haben es in Österreich schwer. Vegetarismus ist strenggenommen ein Ausschlussgrund für eine Kochausbildung. Ein Salzburger Veggie-Lokal kämpft um einen Lehrling.

Salzburg - Isabella Langer möchte nach ihrer Matura eine Kochlehre beginnen. Weil die 19-Jährige seit zehn Jahren Vegetarierin ist, will sie ihre Ausbildung in einem vegetarischen Restaurant absolvieren. Das Lokal The Green Garden im Salzburger Stadtteil Nonntal würde ihr gerne eine Lehrstelle anbieten. Aber das Restaurant bekommt keinen Lehrling bewilligt, weil nicht mit Fleisch oder Fisch gearbeitet wird.

"Wir sind entsetzt", sagt Julia Platzer, Geschäftsführerin des fleischlosen Lokals. "Wir erfüllen alles, was ein Lehrbetrieb braucht, bis auf Fleisch und Fisch. Aber das kann Isabella auch in einem Kooperationsbetrieb lernen", erklärt Platzer. Als Kooperationspartner habe das Veggie-Restaurant das Salzburger Haubenlokal Gmachl gewinnen können.

Deckt nicht alle Ausbildungsbereiche ab

Ein vegetarisches Lokal falle unter die Kategorie Spezialitätenrestaurants, wie auch asiatische Lokale oder Pizzerien, erläutert Stephanie Posch, Leiterin des Jugendreferats der AK Salzburg. Diese dürften in Österreich keine Lehrlinge ausbilden, weil nicht alle Bereiche der Ausbildung abgedeckt werden. Die AK Salzburg habe sich zwar in ihrer Stellungnahme dafür ausgesprochen, dass das Green Garden in einem Ausbildungsverbund Lehrlinge ausbilden darf, sagt Posch. Die letzte Entscheidung treffe aber die Lehrlingsabteilung der Wirtschaftskammer.

Dass ein Lehrling bei einem Kooperationspartner einen Teil der Ausbildung absolviere, sei eine "juristische Spitzfindigkeit", sagt Ernst Pühringer, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Salzburg. Die gesetzliche Grundlage für die Kochausbildung sehe vor, dass Lehrlinge zum überwiegenden Teil im Betrieb auszubilden sind. Mindestens 52 Prozent der Ausbildung müssten im Haupthaus absolviert werden.

80 Prozent Fleisch und Fisch

Bei einer Kochlehre - die sich eben an der österreichischen Küche orientiere - sei zu rund 80 Prozent das Arbeiten mit Fleisch und Fisch vorgesehen, nur zu 10 Prozent Gemüse und 10 Prozent das Zubereiten von Süßspeisen, erklärt Pühringer. Den Lehrberuf vegetarischer Koch gibt es in Österreich nicht, dafür müsste das Berufsbild geändert werden. Wovor der Fachgruppenleiter Gastronomie warnt: "Man muss als Koch von A bis Z alles können, sonst hat man nachher ein eingeschränktes Berufsfeld." Kochlehrlinge müssten Fleisch und Fisch zubereiten und auch abschmecken. "Wenn es Vegetarier streng nehmen und kein Fleisch angreifen oder kosten wollen, ist das im Prinzip ein Ausschlussgrund für eine Kochlehre", sagt Pühringer.

Isabella Langer ist so gesehen keine Vegetarierin, die es so streng nimmt: "Ich habe kein Problem damit, Fleisch anzugreifen, und dass ich es abschmecken muss, ist mir auch bewusst. Aber ich werde sicher kein ganzes Steak verschlingen und schlucken muss ich es auch nicht." Am Montag wird entschieden, ob ein Ausbildungsverbund genehmigt wird.

Zusatzausbildung in Arbeit

Für bereits ausgelernte Köche mit einer Vorliebe für fleischlose Gerichte gibt es einen Lichtblick: Derzeit wird an einer Zusatzausbildung zum vegetarisch-veganen Koch gearbeitet. Der Vegetarierverbund Deutschland rief das EU-Projekt "Vegucation" ins Leben, die Vegane Gesellschaft Österreich ist als Partner beteiligt. Bis März 2015 fördert die EU es mit einer halben Million Euro. (Stefanie Ruep, DER STANDARD, 19.7.2014)

  • Julia Platzer möchte in ihrem vegetarischen Restaurant Lehrlinge  ausbilden. Aber ohne Fleisch und Fisch auf der Speisekarte ist das sogar  mit einem Partnerrestaurant schwer zu bewilligen.
    foto: wildbild

    Julia Platzer möchte in ihrem vegetarischen Restaurant Lehrlinge ausbilden. Aber ohne Fleisch und Fisch auf der Speisekarte ist das sogar mit einem Partnerrestaurant schwer zu bewilligen.

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Posting 1 bis 25 von 1633
Bin kein Vegetarierer....

versuch nochmal's einen beitrag zu schreiben,die community-richtlinien werden wohl beim ersten beitrag einen fehler gefunden haben.fragt sich nur welchen,dieser beitrag hat die selbe formulierung nur anders geschrieben.
....aber was ist da denn los,die gesellschaft ist im wandel,es wird immer weniger fleisch gegessen,wird wohl seinen grund haben,aber deswegen einen beruf zu diskriminieren ist eine frechheit,als kochlehrlig hat man in der schule warenkunde da ist auch fleisch dabei,ich muss es aber nicht anfassen u.weiß doch alles über das tier.jedoch lobbyisten wie die wirtschaftskammer werden da ein problem haben ist diese einstellung der werdenden köche ja nicht systemrelevant.

Bin kein Vegetarierer....

was soll den das? warum keine vegetarischen köche, die gesellschaft ist im wandel,o.will das die wirtschaftskammer wieder mal nicht?.

fleischproduzenten sollten sich daran gewöhnen das mehr gesunde kost zu den menschen kommt,hab nix gegen fleisch esse selbst 2x pro woche fleisch.

Es gibt auch Mechaniker,

die kenne sich nur auf Audi A 4 aus.
Beim A 6 steht ihnen das Hirn und sie blicken nicht durch.

Unverständlich

Ich sehe kein Problem damit, vegetarische Köche zu haben. Wer überzeugt davon ist, dass man Tiere nicht zwangsläufig essen muss, sollte auch eine Ausbildungsmöglichkeit bekommen, die den Wünschen entspricht. Es sind wahrlich keine Riesenschritte zu tätigen, ein derartiges Berufsbild zu schaffen. Man muss natürlich auch wollen. Schlimm finde ich die extremen und meines Erachtens sehr dummen Aussagen, die hier mitunter getätigt werden.

Nicht in Schubladen denken

Wenn jemand Vegan lebt ist das eine Lebenseinstellung die sich gegen die Ausnützung und das Töten von Tieren richtet. Tiere sind Lebewesen, haben Gefühle, und nein man kann Tiere nicht mit Heizkörpern oder Elektroleitungen etc vergleichen. Wenn jemand den Beruf veganer Koch erlernen möchte dann hat er/ sie sowieso nie vor Tiere für Fleischesser zuzubereiten. Nein, dieser Mensch wird ausschliesslich fleischlos kochen für Menschen die keine Tiere essen wollen. Das ist die Zukunft, auch wenn die Menschheit sich noch blenden lässt weils ja immer so war mus es auch so sein. Neue Zeiten neue Berufe. Ich brauch keinen Koch als Veganer der Fleisch kochen kannn, warum auch??????

demnächst in diesem Theater

1. Ich will Büchsenmacher werden, bin aber Pazifist und rühre keine Waffen an
2. ich will Fleischhauer werden, bin aber gegen Tierleid und das Schlachten
3. ich will Architekt werden, bin aber gegen schiefe Häuser aus Stahl und Glas und gegen Baukostenüberschreitungen
usw. usw.

Und es gibt noch viel mehr Berufe, bei denen man Hemmschwellen überwinden muss und genau genommen muss man für fast jeden Beruf Dinge lernen, die man nicht mag (z.B. Chemie für Ärzte, Latein für Juristen)

Weitere Beispiele:
Jäger, die nicht Rehe schießen wollen
Fischer, die keinem Fisch was antun wollen
Zahnärzte, die keine Sadisten sind
Kampfpiloten, die keinen abschießen wollen
Hochhausfensterputzer mit Höhenangst
Kanalräumer mit empfindlichem Geruchssinn,
.....

4. ich will Koch werden und habe eine Abneigung gegen grottenduemmliche Vergleiche

Was ist an diesem Vergleich grottendümmlich? Wenn ich einen Beruf erlernen will, dann muss ich eben ALLES, was dazugehört, auch lernen.

Ich kann mir nicht das aussuchen, was mir grade in den Kram passt. Denn dann würde ich nur die Hälfte dessen lernen, was andere, die die gleiche Ausbildung machen, und das ist denen gegenüber ungerecht. Dies nur als ein Aspekt.

Wenn man das ändern möchte, dann muss man eben eine eigene Lehre für vegane Köche einführen.

Ich kann ja auch nicht Schneiderin werden, wenn ich ein gestörtes Verhältnis zu Zipverschlüssen oder Knöpfen habe - und auch sowas gibts, ich hatte eine Kollegin, die NIEMALS Kleidungsstücke mit Knöpfen trug.

Oder wenn ich kein Blut sehen oder keine Spritzen geben kann, werde ich nicht unbedingt Arzt werden.

Wie gesagt, wenn man das ändern will, muss man eine eigene, neue Ausbildung schaffen.

der vergleich ist alleine deshalb grottenduemmlich...

... weil jeder Koch, der auf dem niveau seines lehrabschlusses ist, ca 1% aller weltweit gaengigen rezepte kochen kann, also im umkehrschluss 99% aller rezepte nicht, egal ob vegan oder nicht.

zu sagen dass ein veganer koch schlechter aufgestellt ist, weil er diese 1%/99% so mischt dass alle fleischrezepte in den 99% sind dafuer vielm mehr und umfangreicheres wissen zur herstellung auf basis von gemuese, getreide, soja etc. in den 1%, ist laecherlich, es ist offensichtlich falsch und zwar so offensichtlich, dass das jeder erwachsene mensch zu verstehen hat. ohne diskussion. und damit ende der durchsage.

dagegen im abschluss zu vermerken, dass es ein veganer koch ist spricht natuerlich gar nichts

Krone der Schöpfung

Kannibalen

Hannibal Lecker durfte auch keine Lehrlinge ausbilden.

es gibt leute...

...die aus sehr guten und sehr nachvollziehbar en Gründen kein Fleisch essen wollen.
Wenn das System das selbstverständlichst verhindern versucht, naemlich dass Leute die man braucht um ohne toetung von Tieren wirtschaften zu koennen ab der Berufsausbildung diskriminiert werden, ist das so zu werten wie es halt ist...als Abwehrkampf einer Lobby. Das hasserfüllte Zeug indoktrinierter erfuellungsgehilfen hier zeigte eh gut.

sachliche gruende ueberzeugte veganer vom Beruf Koch auszuschließen gibt es nicht

@ Bertl Meier Tuns nicht herumfantasieren,

Die Abschlussprüfung eines Kochlerlings gibt gewisse Mindeststandards vor, welche der Kandidat zu erfüllen hat. Diese wurden natürlich auch durch unsere (Ess-)Kultur bestimmt, die auch voraussetzt, dass der Umgang mit Fleisch geübt und gekonnt wird. Dazu gehören auch handwerkliche Fertigkeiten wie das fachgerechte Zerteilen, aber auch die Zubereitung von Fleisch- und Fischgerichten.
Ein "Koch", der seine Ausbildung in einem rein vegetarischen Betrieb absolviert hat, kann nicht gleich bewertet werden, wie einer, der sich diese Fertigkeiten im "Heimstudium" erarbeiten muss. So gesehen ist die Variante mit dem Gmachl eine wirklich gute Idee, die hoffentlich Nachahmer findet

danke, dass sie zum wiederholten mal den status quo...

... erklaeren, den aber eh schon jeder begriffen hat.

die voraussetzungen fuer koch sind eben veraltet und muessen geaendert werden, es ist vollkomen klar dass es nicht so sien kann dass man veganen koechen den abschluss verweigert nur wenn sie sich nicht in das *system fuegen*.

wenn baccalaureate und master titel fuer alles und jedes bis zum "facility manager" angedacht haben wird es wohl moeglich sein, einen lehrbaschluss fuer einen veganen koch zu schaffen... dass das nicht gehen sollte ist laecherlich

Wieder so ein Ahnungsloser, der die facility manager belächelt... und ich dachte, sie mögen keine "grottendümmliche" Vergleiche? warum vergleichen sie dann ein Bacc.- bzw. Masterstudium mit einer Lehre? Die Zuständikeiten (Akkreditierung usw.) sind so verschieden wie nur möglich.

Ein veg. Koch/Köchin sollte auch als solches bezeichnet werden. Soll man halt einen neuen Lehrberuf einführen und die entgegen gerichteten Fortbildungen natürlich auch gleich mit.

Facility manager = Hausmeister??

ich vergleiche kein bacc oder masterstudium mit einer lehre, ich sage nur, wenn es moeglich ist fuer jedenalltagsquatsch schon einen (schmaeh)studiengang einzurichten wird es wohl, rein verwalungstechnisch wissen sie, kein so grosses problem sein einen lerhabschluss zu *detailieren*. das ist naemlich ungleich weniger aufwaendig.
sie muessen dringend lesen lernen... den passenden abschluss dafuer vergibt die haupt-.. err... "neue mittelschule".

Ich wiß ja nicht, aus welcher Textpassage Sie aus meinem Posting Sie meinen Widerstand gegen

einen eigenen Lehrberuf "Vegetarischer Koch" herauslesen. Es gibt ja auch schon seit geraumer Zeit die Lehre "Systemgastronomiefachmann/frau". Diese Spezialisten werden sich halt ein wenig schwertun, als Koch in der guten Gastronomie zu landen.... Ich habe nur den Status quo erläutert.
Wenn die Voraussetzungen für eine anerkannte Lehre geschaffen werden, gibt es nichts dagegen zu sagen, wenn wer seine Berufsperspektiven ein wenig einengen möchte.
PS Ich persönlich lebe 3 - 5 Tage pro Woche vegan (nicht vegetarisch, wohlgemerkt) weil ich mich dabei wohfühle, aber ich lasse mir deshalb 1 - 2x pro Woche weder meinen Fisch noch mein Stück Qualitätsfleisch nicht schlecht machen. Dass diese Diskussion vorwiegend aus ideologischen Gründen geführt

"Ich wiß ja nicht, aus welcher Textpassage Sie aus meinem Posting Sie meinen Widerstand gegen"

aus ihrem endenwollen intelligenten gerede von wegen "phantasieren"

"Systemgastronomiefachmann/frau"

was diese leute lernen und koennen wollen ist *Koch*. nicht "systemdings" sondern *Koch*. und dazu sollen sie das recht bekommen, von mir aus mit dem vermekr dass es ein veganer oder vegetarischer Koch ist. was wir, also ich oder sie, so persoenlich fuer leben fuehren wollen, was wir essen wollen oder lieber segelboot als mototrboot fahren etc., ist hinsichtlich der diskusision eigentlich unwichtig

Ich verstehe den Vergleich schon, denn genauso wie ein Veganer Koch essentielle Teile des Kochens nicht erlernt, tut dies auch ein Systemgastronomiefachmann nicht.

Denn der lernt nur, wie man vorgefertigte Speisen aufbereitet, etc. - mit Kochen hat das nix zu tun.
Und ist eben genauso nur ein Teil der Essenszubereitung, wie wenn ein Koch lediglich vegane Speisen zubereiten kann, dem fehlt auch sehr viel, um ein vollwertiger Koch zu sein.

Wie gesagt, wenn es so sein soll, dann soll man halt eine neue Ausbildung für diese Leute schaffen, wenn jemand sich zwar unbedingt Koch nennen will, dabei aber den (meiner Meinung nach größten) Teil der Küchenkunst nicht lernen möchte.
Denn es geht hier ja nicht nur um Fisch oder Fleisch, sondern auch um Eier, etc. - und da fehlt schon sehr viel, was man im allgemeinen für´s Kochen braucht.

sie verstehen ueberhaupt nichts....

.... sie solidarisieren sich, weil es ihre rideologie entspricht, und si everweigern das strukturierte denken weil sie zu faul sind.

ein "konventioneller" koch lernt, genau wie ein veganer, bis zu lehrabschöluss vielleicht 1% der kochkunst. wobei diejenigen, die einen lehrabschluss aus einer der oesterreichischen 0815 kaschemmen mit schnitzel aus altem fett und "gmischter solod" mit billigstem metro essig natuerlich sehr viel weniger koennen als koeche, die aus den wenigen veganen restaurants kommen die heute pionierarbeit leisten.

Stimmt, erlaubt sollte es schon sein.

Aber... Tut sich so ein veganer Koch selbst wirklich etwas Gutes? Die Anzahl potentieller Arbeitgeber dürfte für jemanden doch arg begrenzt sein, der beim Kochen nicht einmal Butter oder Käse in die Hand nehmen kann...

ich bin selbst kein veganer, aber mir ist alleine aus dem, was ich von veganern gelesen und gehoert haben klar, dass diese leute prinzipielle so etwas nicht un *wollen*. das waere so wie wenn sie jemanden fragen, ob er sich selbst wirklich was gutes tut die ausbildung zum kopfgelder jaeger zu verweigern, weil er damit sein jobangebot verengt.

Ich hätte auch gern einen Job, wo ich alle Dinge, die ich nicht tun *will*, auch nicht tun muß...

Im Ernst: Wenn es ums Wollen geht ist die Sache doch ganz einfach. Der jeweilige Lehrling muß einfach für sich selbst herausfinden, wie sehr er später mit dieser Tätigkeit Geld verdienen *will* und dann seine Prioritäten entsprechend setzen. Und alle sind zufrieden.

Posting 1 bis 25 von 1633

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