Provider soll BND Zugriff auf größten Internetknoten verschaffen

18. Juli 2014, 09:49
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Überwachung des DE-CIX in Frankfurt war schon zuvor aufgedeckt worden

Der deutsche Bundesnachrichtendienst soll seit 2009 über eine eigene Datenleitung auf den weltweit größten Internetknoten DE-CIX Frankfurt verfügen. Das berichtete das ZDF-Magazin "Frontal 21" unter Berufung auf Insider-Informationen.

Provider als Tarnung

Die Betreiber des Internetknotens hatten zu einem früheren Zeitpunkt dementiert, dass Geheimdienste direkten Zugriff auf den Datenverkehr haben. Den neuen Informationen zufolge soll der Zugriff allerdings unter dem Deckmantel eines großen deutschen Telekomanbieters erfolgen.

Keine Auskunft von Deutscher Telekom

Bei der Deutschen Telekom habe es auf Anfrage geheißen, dass man bezüglich möglicher Überwachungsmaßnahmen keine Auskunft erteilen dürfe. Im Juli vergangenen Jahres hatte der Vorstandsvorsitzende Rene Obermann bestritten, mit ausländischen Geheimdiensten zusammenzuarbeiten.

Spionage am DE-CIX

Dass der Bundesnachrichtendienst Daten direkt am DE-CIX abfangen und an die NSA weiterleiten soll, war schon im Oktober 2013 aufgedeckt worden. Erst vor wenigen Wochen hatten zudem mehrere deutsche Medien berichtet, dass der Geheimdienst zwischen 2004 und 2007 große Mengen an Rohdaten abgehorcht habe. Auch Daten aus Österreich dürften davon betroffen gewesen sein. (red, derStandard.at, 18.7.2014)

  • Der deutsche BND soll seit Jahren einen direkten Draht zum DE-CIX Frankfurt haben.
    foto: ap photo/daniel roland

    Der deutsche BND soll seit Jahren einen direkten Draht zum DE-CIX Frankfurt haben.

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