Mit Holzöfen gegen Artensterben und Klimawandel

21. Juli 2014, 15:33
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Mit energieeffizienten Öfen statt traditioneller chinesischer Kochherde will der WWF den gefährdeten Großen Panda retten und zum Klimaschutz beitragen

Wien/Peking - Dort, wo die wenigen Großen Pandas leben - nämlich in den gebirgigen, subtropischen Gegenden der chinesischen Provinzen Sichuan, Gansu und Shaanxi - verwenden die Einheimischen seit Jahrhunderten Feuerholz für ihre traditionellen Kochherde.

Jede Familie verbraucht jährlich rund 30 Tonnen Holz zum Kochen und Heizen und verbringt durchschnittlich insgesamt ein bis zwei Monate mit dem Einsammeln und Hacken, besagen Zahlen des WWF aus einer Erhebung im Jahr 2010. Der Holzverbrauch bedroht nicht nur den Waldbestand, sondern auch den Lebensraum des Großen Pandas. 

Nur noch 1.600 Exemplare leben Umweltorganisationen zufolge in freier Wildbahn. Das mit der Familie der Großbären verwandte Tier gehört zu den am meisten gefährdeten Tierarten der Welt.

Moderne Öfen als Allroundlösung

Der WWF (World Wide Fund For Nature) will mit einem Schlag nicht nur sein Wappentier vor dem Aussterben retten, sondern auch zum Klimaschutz und zur Gesundheit der lokalen Bevölkerung beitragen: Die Allroundlösung sollen moderne energieeffiziente Öfen für die Dorfbewohner der chinesischen Provinzen bieten.

Die neuen Öfen verringern laut dem WWF im Gegensatz zu den traditionellen Kochstellen den jährlichen Holzverbrauch um geschätzte zehn bis 15 Tonnen pro Familie. Sie geben weniger Kohlendioxid (CO2) in die Luft ab (ein Ofen spart etwa eine Tonne CO2 pro Jahr) und leiten gesundheitsschädlichen Rauch durch den Kamin ins Freie; anstatt die Häuser damit zu füllen und eingeatmet zu werden.

Projekt seit 2010

3.000 der modernen Holzöfen wurden seit dem Projektstart im Oktober 2010 in den Gemeinden rund um die Verbreitungsgebiete des Großen Pandas bereits installiert: Der WWF baut die Öfen gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung ein, bildet aber auch ein Team von Einheimischen im richtigen Ofenbau aus.

Die Kosten für einen der nachhaltigen Öfen belaufen sich inklusive Material, Installation und dem Transport in die abgelegenen Regionen Chinas auf umgerechnet rund 180 Euro. Das Projekt wird seit Anfang 2013 als Goldstandard-CO2-Kompensationsprojekt geführt.

Übrigens werden alle zehn Jahre offizielle Panda-Zählungen durchgeführt; das neueste Ergebnis soll noch im Juli dieses Jahres von der chinesischen Regierung bekanntgegeben werden. (Christa Minkin, derStandard.at, 21.7.2014)

  • Die traditionellen Kochstellen verbrauchen durchschnittlich rund 30 Tonnen Holz pro Jahr und Familie.
    foto: wwf china

    Die traditionellen Kochstellen verbrauchen durchschnittlich rund 30 Tonnen Holz pro Jahr und Familie.

  • 3.000 energieeffiziente Öfen wurden in den Verbreitungsgebieten des Großen Pandas installiert. Sie verringern den Feuerholzverbrauch um zehn bis 15 Tonnen pro Jahr und Haushalt.
    foto: wwf china

    3.000 energieeffiziente Öfen wurden in den Verbreitungsgebieten des Großen Pandas installiert. Sie verringern den Feuerholzverbrauch um zehn bis 15 Tonnen pro Jahr und Haushalt.

  • Der Große Panda gehört zu den am meisten gefährdeten Tierarten der Welt. Sein Lebensraum ist u.a. aufgrund des starken Feuerholzverbrauchs des Menschen bedroht.
    foto: wwf china

    Der Große Panda gehört zu den am meisten gefährdeten Tierarten der Welt. Sein Lebensraum ist u.a. aufgrund des starken Feuerholzverbrauchs des Menschen bedroht.

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